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Artikel: Hörtest: Gute Noten für MP3-Encoder bei 128 kb/s

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Hörtest: Gute Noten für MP3-Encoder bei 128 kb/s

(MPeX.net/DB) - Die Qualität verlustbehafteter Audiocodecs lässt sich technisch nur unzureichend vergleichen. Um feine Unterschiede zum Ausgangsmaterial aufzuspüren, ist das menschliche Gehör unersetzlich. Im Rahmen der Hydrogenaudio.org Community werden regelmäßig breit angelegte Hörtests durchgeführt, die gängigen Encodern auf den Zahn fühlen.

Der aktuelle Hörtest unter der Leitung von Sebastian Mares widmete sich MP3-Encodern im Bereich um 128 Kilobit pro Sekunde. Insgesamt 14 Hörproben waren von den Teilnehmern zu bewerten (wir berichteten).

Das Ergebnis: Alle fünf MP3-Codecs belegen gemeinsam den ersten Platz. Die Durchschnittsnoten der Tester bewegen sich auf einem hohen Qualitätsniveau.

Die Testkandidaten: (mit Kodiereinstellung)

  • LAME 3.98.2 (-V5.7)
  • LAME 3.97 (-V5 --vbr-new)
  • iTunes 8.0.1.11 (112 kbps, VBR, highest quality, joint stereo, smart coding, filter below 10 Hz)
  • Fraunhofer IIS mp3surround CL encoder v1.5 (-br 0 -m 4 -q 1 -vbri -ofl)
  • Helix v5.1 2005.08.09 (-X2 -U2 -V60)

  • als Low Anchor: l3enc 0.99a (-br 128000 -mod 1)

  • Neben LAME 3.98.2 war auch die Vorgängerversion des populären Encoders im Testfeld vertreten. Lame wird in vielen kostenlosen Audioprogrammen eingesetzt, aber zum Beispiel auch in Winamp Pro oder dBpoweramp Music Converter.

    Weitere Testkandidaten waren der in iTunes 8 integrierte MP3 Encoder sowie der mp3 Surround Encoder des Fraunhofer IIS, der natürlich auch für normale Stereo-Kodierung geeignet ist. Der wenig bekannte Helix MP3 Encoder basiert auf dem Xing MP3 Encoder. Er wird inzwischen von RealNetworks als Open Source Code angeboten.

    Als so genannter Low Anchor gehörte L3enc vom Fraunhofer IIS dem Testfeld an. Er gilt als der erste öffentlich verfügbare MP3 Encoder. Version 0.99a ist auf 1994 datiert. Der Low Anchor dient dazu, die Bewertungen zu kalibrieren und ist nicht konkurrenzfähig.


    Ergebnisse im Detail

    Wer MP3 Musikdateien mit 128 kb/s erstellen möchte, kann mit den aktuell getesteten Encodern eigentlich nichts verkehrt machen. Sie liefern eine hohe Qualität. Für ein breites Spektrum an Musik und Hörern dürften Unterschiede zum Original kaum auszumachen sein.

    Die Erfahrung und auch die Betrachtung der Detailergebnisse für die einzelnen Testsamples zeigt allerdings, dass immer mit "Problemsamples" für den einen oder anderen Codec zu rechnen ist. Um hier auf der sicheren Seite zu sein, führt zur hochwertigen MP3-Kodierung kein Weg an höheren Bitraten vorbei.



    (Quelle)


    Wichtig für die Interpretation der Ergebnisse: Die Bewertungen werden als statistisch gleich angesehen, solange sich die Balken in der grafischen Darstellung überschneiden. Sie gelten für die getesteten Samples und jeweiligen Kodiereinstellungen, basierend auf dem Gehör der Tester. Andere Samples oder Tester könnten zu Verschiebungen führen. Solche Unschärfen sind nicht zu vermeiden.

    Rückschlüsse auf andere Qualitätsbereiche sind ebenfalls problematisch. So kann beispielsweise ein Codec A im Bereich um 200 kb/s nahezu transparente Qualität abliefern, während ein Codec B seine gute Leistung bei 128 kb/s trotz höherer Bitraten nicht weiter steigern kann.

    Zudem gibt es weitere Kriterien für MP3-Codecs, die vor allem dann ins Interesse rücken, wenn qualitativ kaum Unterschiede bestehen. So ist der Helix Encoder rasend schnell, schlägt zum Beispiel Lame in dieser Disziplin um Längen. Geht es um Gapless-Encoding, also die lückenlose Kodierung und Wiedergabe von Liveaufnahmen oder Mixes, punkten Lame und FhG mp3surround, die dies codecseitig bewerkstelligen können. Die einfache Integration in Audioprogramme, direkte Tag-Verarbeitung beim Kodieren und die Verfügbarkeit auf unterschiedlichen Betriebssystemen sind weitere Kriterien, die zur Wahl des passenden Codecs ganz individuell heranzuziehen sind.

    Testverfahren

    Die jeweiligen Kodiereinstellungen der Probanden wurden so gewählt, dass sie über eine breite Auswahl von Alben im Durchschnitt etwa 128 kbps liefern. Dies bewahrt die Chancengleichheit, da sich qualitätsbasierte VBR-Codecs bei komplexen Passagen ganz im Sinne des Erfinders höhere Bitraten genehmigen.

    Als Testverfahren diente ein "doppelter Blindhörtest". Hier werden alle Hörproben sowohl untereinander, als auch mit einer unkodierten Referenzprobe (dem Original) verglichen. Das ganze geschieht "blind", das heißt die Teilnehmer wissen weder welche Probe kodiert ist, noch mit welchem Codec. Dieses aufwendige Verfahren vermeidet die ansonsten auftretenden psychologischen Einflüsse.

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