Vor kurzem bin ich auf der Suche nach einem "gescheiten" MP3-Player auf diese tolle Seite gestossen, und kurz darauf auch auf das tolle Messageboard. Ich habe schon etliches interessantes, neues und auch Sachen zum schmunzeln hier gelesen. Sehr informativ finde ich immer wieder die persönlichen Testberichte. Auch ich will nun einen beisteuern, auch wenn ich mich über den Kauf dieses "tollen" Gerätes noch heute ärgere. Aber dafür können es die, welche diese Zeilen lesen hoffentlich besser machen
)Die korrekte Bezeichnung dieses ausserordentlichen Mp3-Players ist:
Q-Sonic Mini-CD- / MP3-Player für 8cm-CD-Rohlinge
Ich hatte mich für dieses Gerät einerseits des günstigen Preises wegen (ca. SFr. 250.-), andererseits wegen der Speicherkapazität (180 MB) entschieden. Auch die angepriesenen technischen Daten verhiessen einiges:
· Abspielbare Medien: Mini-CD, Mini-CD-R
· Display: Dateiname, Verzeichnis, ID3-Anzeige
· Abspielmodi: All, Intro, Single, Random, Program (bis zu 128 Titel), Resume
· 4 Equalizer-Einstellungen: Normal, Live, X-Bass und ASC.
· Anti-Schock-Puffer: 20 Sek. (Mini-CD-R), 10 Sek. (Mini-CD)
· Integriertes Akku-Ladegerät
· MP3-Bit-Raten: unterstützt 32-320 Kbit/s
· MP3-Datei-Formate: ISO 9660, JOLIET
· Maße (BxHxT): ca. 97x28x110 mm
· Stromversorgung: Netzteil oder 2x 1,5V AAA Micro- Batterien/NiCd-Akkus
· Lieferumfang: Mini-CD/MP3-Player, hochwertige-Stereo-Ohr-Hörer, CD-Brenn-Software, Netzteil mit Ladefunktion, dt. Handbuch
Aber was nimmt Papier, oder in diesem traurigen Falle, HTML nicht alles an. Doch eines nach dem anderen. Die Lieferfrist von fast 3 Wochen vergas ich schnell über die Freude, als das Packet endlich da war. Schnell heim damit und auspacken. Doch da beschlichen mich schon das erste ungute Gefühl. Eingepackt war alles in einem schlechteren Schuhkarton, das Manual war ein etwa 5 Seiten "starkes" Faltblättchen und die auf der Homepage versprochene Software war nirgends zu finden.
Immerhin, der Rest war vorhanden: Player, Ohrhörer (edles GoldDesign), Steckernetz-Ladegerät. Aber nicht mal zwei läppische AAA-Batterien oder gar Akkus waren dem Packet beigefügt. Glücklicherweise hatte ich schon vorher 4 Akkus für SFr. 9.80 besorgt.
Schnell war die erste Mini-CD mit 180 MB gebrannt und ab in den Player. Die CD wurde recht zügig vom Gerät eingelesen und auch Titel etc. erschien auf dem Display. Doch der "Klang" aus den bei gelegten, hochwetigen Design-Ohrhörern...katastrophal. Absolut keine Bässe oder Höhen, dafür überdurchschnittlich viel dazwischen, fast wie Urgrosvaters Trichtergrammophon. Auch ein verstellen der Equalizer Presets über die sehr billig wirkenden Tasten die fast mit Gewalt gedrückt werden müssen (womöglich eine "günstige Tastensperre"?) bringt annähernd keine Veränderung. Also die hochwertigen Ohrhörer weg und das Teil meines alten Sharp MiniDisc dran, und oh Wunder, klingt einiges besser, wenn auch nicht so toll wie der MD-Player.
Ich habe dann alle technischen Spielereien die der Q-Sonic sonst noch bietet getestet. Hier eine Zusammenstellung des ernüchternden Ergebnisses:
Display:
Zeigt alle relevanten Daten an (Dateiname, Verzeichnis, ID3-Tag), ist aber äusserst empfindlich auf Kratzer. Schon ein ungeschickter Fingernagel kann hier Unheil anrichten.
Abspielmodi:
Wiederholung, Random etc. kennt man ja auch von andern Geräten. Aber wozu ein Programmiermodus von unglaublichen 128 (!) Titeln, wenn sie beim ausschalten des Gerätes wieder weg sind??
Klang/Equalizer-Einstellungen:
Der Equalizer ist ein Witz, die Unterschiede der 4 Presets sind minimal. Und auch hier fällt der Player beim ausschalten wieder auf die Werkseinstellung "normal" zurück (obwohl an diesem Gerät ja nichts normal zu sein scheint).
Anti-Schock-Puffer:
Hier tritt ein ganz interessanter Effekt auf. Tatsächlich ist dieser Player, auch bei brutalster Behandlung nicht zum schweigen zu bringen (obwohl ich das gerne gemacht hätte). 5 kleine Balken im Display zeigen an, wenn der Puffer gefüllt ist. Jetzt kann tatsächlich 20 Sekunden gerüttelt und geschüttelt werden ohne Aussetzer. Doch der Q-Sonic gibt nicht auf. Alles was er nun noch von der CD lesen kann wird in das Memory geschrieben, und das klingt gar nicht schön. Unzählige Blurbs, Quitscher, Aussetzer prasseln auf des Hörers armes Trommelfell. Es stellte sich dann, nach der völlig entnervten Jogging-Runde, heraus, dass auch schon geringfügige Bewegungen zum selben, traurigen Resultat führen.
Integriertes Akku-Ladegerät:
Integriert ist hier gar nichts. Es handelt sich um ein handelsübliches Steckernetzteil, das über eine Zeitautomatik im Player die Akkus mehr schlecht als recht lädt.
MP3-Bit-Raten/Formate:
Meines Erachtens der einzige Pluspunkt des Players. Er spielte alle Mp3s ohne Probleme ab.
Akku/Batterie Lebensdauer(oder eher Sterbedauer):
Auch hier fühlt man sich wieder zurück versetzt in eine Zeit (ca. 1978??), wo die ersten Walkmen die Menschen in entzücktes Erstaunen versetzten. Denn auch damals waren die Batterien nach einer Stunde leer. Zumal ein penetranter Piiiepton bereits nach 30 Minuten das Ende der Energie verkündet.
Eigentlich erübrigt es sich, auch noch den Billigstkunststoff aus dem das Gehäuse besteht zu kritisieren, oder gar das Batteriefach (welches ja äusserst häufig benützt werden darf) das seinen Inhalt nur mit Gewalt wieder her gibt. Tüpfchen auf dem i zum Schluss ist der "Kundendienst" von Pearl, wo ich das Gerät leider bestellt hatte. Trotz mehrmaliger Reklamation (sehr viel freundlicher, als dieser Bericht hier) hatte man es nicht nötig, auch nur eine Antwortmail zurück zu schreiben. Aber ich vermute, dass das Personal wohl mehr mit den jungen, zugegebenermassen sehr hübschen Damen, welche auch im Katalog und auf der HomePage ( www.pearl.ch) zu bewundern sind, beschäftigt ist. Wer mag es ihnen vergönnen?