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Icecast Radioserver einrichten

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2. Icecast Server richtig konfigurieren

Die Icecast Server Software ist installiert - jetzt geht es darum sie zu konfigurieren:

Klicke im geöffneten Fenster des Icecast Server Fensters auf den Punkt "Configuration" und dann "Edit Configuration". Dies öffnet einen Texteditor mit der Datei "icecast.xml" aus dem Installatiosverzeichnis des Servers.

Configuration


Wenn sich der Text-Editor ohne Inhalt öffnen sollte, dann kann das daran liegen, dass Du Windows NT, Windows 2000 oder Windows XP verwendest und Icecast im Profil-Verzeichnis des momentan angemeldeten Benutzers nach der Konfigurationsdatei sucht.
Um dieses Problem zu beheben, kopiere einfach die im Icecast Installationsverzeichnis enthaltene Datei "icecast.xml" in dein Profil-Verzeichnis. Unter Windows XP könnte es z.B. "C:\Dokumente und Einstellungen\<Benutzername>\" lauten. Bei Windows NT liegen die Profile meist in "C:\WinNT\Profile\<Benutzername>\" (ersetze <Benutzername> jeweils mit dem Benutzernamen, mit dem Du momentan angemeldet bist und unter dem der Icecast Server später auch betrieben wird).

Die Konfigurationsdatei ist im XML-Format und entält daher Anweisungen in spitzen Klammern: <> . Das sieht ungefähr so aus:

icecast.xml


Alle Kommandos, die hier nur Begleittext oder Beschreibung sind, werden zwischen folgenden Markierungen von Icecast ignoriert: <!-- Dieser Kommentar wird von Icecast ignoriert -->. Möchtest Du Befehle in einer inaktiven Passage aktivieren, so genügt das Entfernen dieser vorangehenden und abschließenden Zeichen. Alle anderen Einträge werden von Icecast interpretiert und ausgeführt.

Es folgen Erklärungen zu den wichtigsten Einstellungen:
<limits>
Im Limits-Bereich werden die Beschränkungen für die Anzahl der Streams und Quellen festgelegt. Diese Werte müssen je nach Geschwindigkeit der Anbindung des Servers und der angebotenen Qualität des Streams gewählt werden. Hier nur ein Beispiel: Dein Server ist mit einer standard T-DSL Anbindung (768/128 Kbps) ausgestattet, kann Hörer also mit maximal 128 Kbps beliefern. Bei einer Stream-Qualität von 64 Kbps (eingestellt im DSP-Plugin) sollten dementsprechend maximal 2 Zuhörer erlaubt werden, da somit die 128 Kbps sofort erschöpft wären.

<clients>
Voreinstellung: 100
Clients gibt die Zahl der maximal erlaubten Zuhörer an.

<sources>
Voreinstellung: 2
Gibt an wieviele unterschiedliche Quellen erlaubt sind, von denen das eigentliche Radioprogramm empfangen wird.

<queue-size>
Voreinstellung: 102400
Queue bedeutet Warteschlange und mit der Größe der Warteschlange wird festgelegt, wievielen Leuten du erlaubst, sich praktisch "anzustellen", um dein Radio zu hören. Diese Einstellung kommt nur zum Tragen, wenn die unter "clients" festgelegte maximale Zuhörerzahl erreicht wurde.

<client-timeout>
Voreinstellung: 30
Wenn einer Deiner Zuhörer z.B. ein längeres Verbindungsproblem hat und somit immer noch mit deinem Stream verbunden ist, aber praktisch nichts mehr empfängt, sollte dieser wertvolle Hörerplatz wieder freigegeben werden, damit sich neue Hörer verbinden können. Nach dem hier angegebenen Wert in Sekunden, würde die Verbindung bei inaktivität also wieder freigegeben.

<source-timeout>
Voreinstellung: 10
Es kann auch passieren, das der DJ, also die Quelle des Radioprogramms ein Problem mit der Übertragung hat. Nach dem hier angegebenen Wert würde die Verbindung dann getrennt, damit sich die Quelle erneut verbinden oder eine andere Quelle übernehmen kann.


<authentication>
Die Anpassung dieses Bereiches ist sehr wichtig, da sonst jeder Deinen Server dazu missbrauchen könnte, den eigenen Stream zu übertragen. Hier sollten sinnvolle Passwörter gewählt werden, die aus Buchstaben und Ziffern bestehen.

<source-password>
Voreinstellung: hackme
Das source-password ist für den DJ, der die Radiosendung mittels DSP-Plugin überträgt. Dort im Plugin muß das hier gewählte Passwort unter den Server-Einstellungen angegeben werden. Stimmen die beiden Passwörter von Plugin und Server nicht überein, verweigert der Server der Quelle/dem DJ den Zugang.

<relay-password>
Voreinstlellung: hackme
Das relay-password muß von anderen Icecast Servern angegeben werden, die ihren Stream über deinen Server übertragen wollen.

<admin-user>
Voreinstellung: admin Auch Icecast kommt mit einem Web-Interface zur Administration des Servers über HTML-Seiten. Hier kann die Voreinstellung "admin" so stehen bleiben, ausser Du möchtest unbedingt deinen Spitznamen oder etwas ähnliches angeben. Leer- und Sonderzeichen sind im Benutzernamen des Admins nicht erlaubt.

<admin-password>
Voreinstellung: hackme Auch dieses Passwort sollte unbedingt geändert werden, denn zusammen mit dem Benutzernamen unter admin-user kann auf diesem Weg auf das Webinterface zur Konfiguration zugegriffen werden.

<directory>
Damit dein Radiosender nicht unbekannt bleibt, gibt es ähnlich dem von Nullsoft bereitgestellten Verzeichnisdienst (Yellowpages) ein Verzeichnis von oddsock, das alle Streams auflistet, die offen für neue Zuhörer sind. Entferne dazu die Kommentarzeichen "<!--" direkt vor <directory> und die Abschlußzeichen "-->" nach </directory>. Bitte beachte auch die rechtlichen Hinweise zu öffentlichen Radios.

<hostname>
Voreinstellung: localhost
Gebe hier den Namen deines Rechners an, wie er von aussen erreichbar ist. Dieser Hostname wird auch verwendet, um die lokalen HTML-Seiten zu erstellen. Im Verzeichnisdienst oddsock wird dieser Hostname ebenfalls erscheinen.

<port> und <bind-address>
Voreinstellung: 8000 und 127.0.0.1
Lasse diesen auskommentierten Bereich so wie er ist. Würdest du diesen Bereich aktivieren, könnte nur ein Zuhörer dein Stream anhören. Mit dieser Einstellung lauscht der Server nämlich direkt und bindet seine gesamte Kapazität an einen Zuhörer, sobald dieser sich einschaltet.

<listen-socket>


<port>
Voreinstellung 8000
Dies ist der Port über den sich Deine Zuhörer dein Radioprogramm anhören können. Mit der Voreinstellung 8000 sollte es eigentlich keine Probleme geben. Wichtig für Besitzer eines Routers oder einer Internet-Connection-Sharing Software ist, dass sie den hier angegebenen Port auf den richtigen PC im lokalen Netzwerk weiterleiten, auf dem der Icecast Server läuft. Weitere Informationen findest Du sicher in der Anleitung Deines Routers oder der Software, unter dem Punkt NAT bzw. Port Forwarding.
<bind-address>
Voreinstellung: 127.0.0.1 (auskommentiert)
Hat Dein Rechner bzw. Server mehrere IP-Adresse zur Verfügung, so ist es sinnvoll eine einzige feste IP-Adresse hier anzugeben (in diesem Fall zuvor die Kommentarzeichen <!-- --> entfernen!). In allen anderen Fällen lauscht der Icecast Server auf alle verfügbaren IP-Adressen, was im Normalfall völlig in ordnung ist.
Darunter folgen einige inaktive Einstellung zum Relaying von Streams. Mit dem Relaying erhält der eigenen Server den Stream eines anderen Servers und überträgt diesen an die Hörer. Für diese Anleitung sind die Relaying-Einstellung allerdings eher uninteressant und werden daher nicht weiter erläutert.


3. Server starten

Unbedingt daran denken die mühsam abgeänderte Konfiguration abzuspeichern und danach den Editor zu schließen. In den Alpha Versionen von Icecast2 kann es dazu kommen, dass das Icecast Fenster einfriert, wenn der Editor mit der Konfiguration noch geöffnet ist. Abhilfe schafft da das Schließen des Editors. ;)

Symbol Um Icecast zu starten genügt der einfache Klick auf "Start Server". Sobald der Server dann läuft, wechselt die Farbe unter "Server Status" von rot (gestoppt) zu grün (gestartet). Wenn ein Stream über das DSP-Plugin an den Server gesendet wird, erscheinen genauere Statistiken im Fenster "Global Statistics" und unter "Source Level Stats".

Statistiken


Links ist der gewählte Mount Point zu erkennen. Anhand des Mount Points werden im rechten Teil des Fensters genauere Statistiken zum Stream angezeigt. Listeners gibt an wieviele Zuhörer im Moment verbunden sind. Type zeigt die Art des Streams an, also Ogg Vorbis oder MP3. Darunter folgen angaben zur Qualität und zum aktuellen Titel.

Der erste Start der Software sollte bei einwandfreier Konfiguration problemlos ablaufen. Beim nächsten Neustart des Servers (Icecast Fenster schließen und wieder öffnen) kann es Probleme mit den Logdateien geben, die nicht mehr geöffnet werden. Dazu solltest Du in deinem Profil-Verzeichnis (siehe oben) ein neues Verzeichnis "logs" anlegen und dann den Server nocheinmal neustarten.


4. Checkliste

Mit dieser Checkliste kannst Du überprüfen, ob alles soweit bereit ist, um den ersten Hörer zu empfangen.

  • SHOUTcast Server oder Icecast Server installiert, konfiguriert und gestartet
  • SHOUTcast DSP-Plugin oder oddcast DSP-Plugin eingerichtet und konfiguriert für Server
  • Passwörter von Server und DSP-Plugin stimmen überein
  • Winamp geöffnet und DSP-Plugin aktiv
  • DSP-Plugin durch "Connect" mit Server verbunden
  • Genug Musik in der Playlist :)
  • Korrekte Stream URL weitergeben
    (MP3: Hostname inkl. Port, OGG: Hostname inkl. Port und Mount Point)


5. Wo bleiben die Zuhörer?

Wie zu Beginn des Artikels beschrieben genügt es für den Zuhörer nicht, bei einem Ogg Vorbis-Stream einfach nur Hostname/IP-Adresse und Port im Player anzugeben, da dieser sonst denkt er erhält jetzt einen MP3-Stream. Der Mount Point muß für Ogg Vorbis-Streams in der Adresse angegeben werden, z.B. http://195.1.2.3:8000/radio.ogg , anstatt wie bei einem MP3-Stream einfach nur http://195.1.2.3:8000


Wichtige Links

   » oddcast DSP-Plugin für den DJ (MP3/OGG-Streams)
   » SHOUTcast DSP-Plugin für den DJ (MP3-Streams)
   » SHOUTcast Server (Pendant zu Icecast)
   » MPeX.net Forum



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KOMMENTARE / DISKUSSION
  • 16.11.2014 - 16:25
    So sieht es aus, diese Anleitung ist in der Hinsicht, veraltet. Vielleicht könnte Jemand diese anpassen/neu erstellen? Die Konfigurationsdatei (icecast.xml) ist jetzt auch nicht extrem schwer, das meiste wird nochmals auf der zweiten Seite kurz erläutert. Für Windows gibt es eine Batch-Datei wo der Server gestartet werden kann, sollten mehrere Server gestartet werden, so muss in der icecast.xml der Port (die Ports) angepasst werden, da pro Server nur ein Port verwendet werden kann. Ebenfalls kann auch einfach die eigene Konfigurationsdatei zum Starten verwendet werden, Beispiel: Original: .binicecast.exe -c .etcicecast.xml Eigene: .binicecast.exe -c .etceigenekonfig.xml Wer keine öffentlichen Zuhörer wünscht, aktiviert in der Konfigurationsdatei folgendes: In der Weboberfläche können die erlaubten Höhrer eingetragen werden. Hinweis: Icecast verwendet den htpasswd-Stil zur Authentifizierung, die Daten werden in der myauth welche sich im Hauptverzeichnis befindet, gespeichert (kann mit Notepad, Notepad++ oder anderem gescheiten Editor geöffnet/bearbeitet werden). Das Passwort wird mit MD5 verschlüsselt (32 Zeichen). Da das Passwort in der Weboberfläche nicht geändert werden kann, muss dieses in der Datei direkt erledigt werden, Format: Benutzer:Passwort (mit einem Doppelpunkt getrennt). Im Netzt einfach nach "md5 Generator" suchen, dort kann entsprechend ein MD5-Passwort erstellt werden, SHA-1 und Höher wären natürlich etwas sicherer. Im Player (AIMP oder ähnlich) wird in der Regel der Benutzernamen und das Passwort nicht automatisch abgefragt, mittels folgendem Beispiel sollte es klappen (Daten sichtbar!): htp://USER1:PASSWORD1@IPURL:PORT/MOUNTPOINT USER1 ist der verwendete Benutzername PASSWORD1 ist das verwendete Passwort IPURL entweder IP oder URL PORT: Standard 8000 MOUNTPOINT ist der Einhängepunkt Alle Angaben ohne Gewähr!
  • 17.07.2014 - 13:25
    Da es den Icecast-Server in der Version 2.4.0 gibt, hat sich einiges geändert. Für Windows wie auch Linux gibt es auf der offiziellen Seite den Server, einige Einstellungen haben sich geändert und können mit dieser Anleitung abweichen. Eine grafische Oberfläche für Windows gibt es anscheinend nicht mehr, da alles per Weboberfläche angezeigt wird.
  • 12.09.2013 - 13:41
    Hallo ich habe ne frage an euch??? Wo drann kann das liegen das unser Icecast 2 Server Eigentlich Jeden Tag einen Neuen prot Nr. haben will ich kann es mir nicht erklären da ich alles genau so wie ihr es beschrieben habt eingetragen habe... Bitte mal um Hilfe Danke


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