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DRM, Musikformate? Tipps fürs Download-Shopping

Von MPeX.net/DB


Die Möglichkeit, einzelne Titel oder ganze Alben im Internet zu kaufen und sofort als Musikdatei herunter zu laden, ist eine praktische Alternative zum Kauf einer Musik-CD. Neben Computern und MP3-Playern beherrschen auch viele Handys, Autoradios, DVD-Player oder HiFi-Anlagen die Wiedergabe von Musikdateien.

Eine Besonderheit sind so genante Musik-Flatrates oder Musik-Abos. Für einen festen Beitrag können die Abonnenten auf den kompletten Musikkatalog eines Anbieters zugreifen und die Songs nach belieben über das Internet anhören. Wird das Abo nicht verlängert, ist die Musik nicht mehr abspielbar.

Tipp: Kostenlose und legale Songs zum Herunterladen bieten unsere Musik Downloads. Dort gibt es auch eine Übersicht beliebter Download-Shops und kostenloser Musikdienste. Über die Musik Suche lassen sich zahlreiche Musikstücke bei kostenlosen und kostenpflichtigen Anbietern finden.

Musikdienste sind Online-Shops

Grundsätzlich gelten für Musikdienste die gleichen Anforderungen wie für andere Online-Shops. Wie ist die Auswahl? Finde ich mich auf den Seiten gut zurecht, kommen die Bezahlmöglichkeiten für mich in Frage oder gibt es Hilfeseiten und Kontaktmöglichkeiten bei Fragen oder Problemen?

Die Internetseiten der Shops laufen nicht immer reibungslos auf allen Browsern. Oft wird aktiviertes Java-Script oder Active-X vorausgesetzt, was eigenen Sicherheitseinstellungen in die Quere kommen kann. Einer kurzer Besuch mit dem Lieblingsbrowser schafft Klarheit.

Ein Sonderfall sind Musikdienste, die ein eigenes Zugangsprogramm erfordern, zum Beispiel iTunes. Ein Nachteil muss das nicht sein, denn üblicherweise ist die Software kostenlos und beinhaltet Zusatzfunktionen wie Player, Musikverwaltung oder Brennfunktion.

Ladezeiten

Eine flotte Internetverbindung ist sehr zu empfehlen. Die Dateigröße für einen Song beträgt etwa 5 bis 10 MB, bei kompletten Alben entsprechend mehr. Beste Voraussetzungen für den Musik-Download bieten zum Beispiel DSL und ein Flatrate-Tarif ohne Volumenbegrenzung, denn es fallen keine zusätzlichen Verbindungskosten an.

Vereinzelt kann die Ladezeit individuell anhand der eigenen Internetanbindung ermittelt werden. Diese Funktion bieten leider nur wenige Shops an. Vor allem bei Hörbüchern, die nicht selten Datenmengen von 4 oder 8 CDs entsprechen, ist das sehr informativ.

Musikformate

Also warum nicht gleich loslegen und die aktuellen Lieblingstitel herunterladen? So einfach wie der Online-Kauf eines Wasserkochers ist die Sache bei Musikdateien dann leider doch nicht. Zumindest nicht in allen Fällen.
Der Grund sind die verwendeten Musikformate und ein möglicher Kopierschutz. Kurzum: Es gilt sicherzustellen, ob die Musikdateien auch dort funktionieren, wo man sie als Kunde abspielen möchte.

Auf der sicheren Seite ist man mit MP3-Dateien. Sie funktionieren praktisch auf allen gängigen Computern oder Abspielgeräten, die in der Lage sind, Musikdateien wiederzugeben. Auch das Brennen der Dateien als normale Audio-CD stellt niemanden vor Probleme.

Anders sieht es mit weniger verbreiteten Musikformaten aus. Während sich am Computer fast immer eine Abspielmöglichkeit finden lässt, werden typische MP3-Alternativen wie WMA, AAC/MP4 oder Ogg Vorbis nicht von allen Abspielgeräten gleichermaßen unterstützt.

Auch die Kodierqualität der angebotenen Musikdateien schwankt. Um die Dateigrößen beim Download, aber auch später für den Hörer am PC oder mit einem MP3-Player im Rahmen zu halten, wird die Musik durch eines der zuvor genannten Musikformate komprimiert. Sie schrumpft gegenüber einer Audio-CD auf ein Fünftel bis ein Zehntel ihrer Größe. Hierbei kann es zu Qualitätsverlusten kommen, je nach Grad der Komprimierung. Als Faustregel lässt sich sagen: Bei Bitraten ab 192 KBit/Sek sind praktisch keine Unterschiede zum Original von CD zu hören. Bitraten von 128 KBit/Sek sind noch akzeptabel. Das gilt für Musik. Für Sprache sind auch 128 KBit/Sek gut geeignet.

Kopierschutz und DRM

Nun kommt der Kopierschutz ins Spiel, mit dem einige Shops ihr Angebot ganz oder teilweise ausstatten.

Die richtige Bezeichnung lautet "digitales Rechtemanagement", kurz DRM. Zu Musikdownloads mit DRM gehört eine Lizenz, die auf der eigenen Festplatte gespeichert wird und die Nutzung der Musik- oder Filmdateien kontrolliert: Wie oft darf en Titel auf andere Rechner oder mobile Player kopiert werden, wie lange ist er abspielbar oder wie oft darf er als Audio-CD gebrannt werden. Hier gibt es von Shop zu Shop Unterschiede.

Schnell wird klar: Ein digitales Rechtemanagement erfordert entsprechend geeignete Abspiel- und Brennprogramme sowie DRM-taugliche MP3-Player oder Abspielgeräte.

Die meisten Anbieter kopiergeschützter Downloads verwenden Microsofts WM-DRM und setzen beim Kunden ein Windows-Betriebssystem oder Macintosh mit dem Windows Media Player voraus. Die Auswahl alternativer Programme ist überschaubar. Unter anderem spielt und brennt Winamp WMA-Musik mit DRM. Einige Shops bieten auch eine eigene kostenlose Software an.

Apple ging mit seinem Kopierschutz (Fairplay) und der Integration des Shops in die iTunes-Software seinen eigenen Weg. Wie einige andere Portale, verzichtet Apple aber inzwischen auf DRM. Alte DRM-Songs können gegen eine Gebühr vom Kopierschutz befreit werden.

Bei Hörbüchern ist Audible ein Sonderfall. Der Anbieter setzt auf sein eigenes Audible-Hörbuchformat. Es bietet einerseits Vorteile durch die Unterstützung von Lesezeichen, schränkt aber auch die Auswahl an geeigneten Abspielprogrammen und mobilen Playern ein.

Tipp: Es ist ratsam, seine Lizenzen hin und wieder zu sichern. Ohne Lizenzen sind die gekauften Titel nicht abspielbar. Allerdings ermöglichen Musikdienste ihren Kunden den erneuten Download der Lizenzen, zumindest für einen bestimmten Zeitraum.

Die DRM-Front bröckelt

Freiwillig setzen Download Shops nicht auf DRM. Was wie angeboten werden darf, muss mit den Musiklabels ausgehandelt werden. Lange Zeit scheuten sich die großen Labels, den Downloadportalen ihr Repertoire komplett und ohne Kopierschutz zu überlassen. Sie fürchteten sich vor der unkontrollierten Verbreitung. Das hat sich zum Glück geändert. Seit Anfang 2009 sind hierzulande auch die Titel der Major Labels vermehrt DRM-frei und im MP3-Format zu haben.

Kleinere Plattenfirmen verzichten dagegen schon immer gerne auf DRM. Sie wollen mit Musikdownloads sowohl Geld verdienen als auch ein möglichst breites Publikum erreichen. Beschränkungen jeder Art wären dabei wenig hilfreich.

Nur Musik ohne Kopierschutz ist wirklich plattformübergreifend und macht unter Windows, Linux oder Macintosh wenig Probleme. DRM-freie Downloads werden vor allem im MP3-Format angeboten. Apple verwendet AAC/MP4, dass es sowohl mit als auch ohne DRM gibt.

Digitale Wasserzeichen

Musikdateien ohne DRM können mit einem digitalen Wasserzeichen versehen sein. Es enthält eine Kennung, mit der ein Anbieter den Käufer identifizieren kann. Persönliche Daten sind im Wasserzeichen nicht enthalten, auch die Klangqualität soll nicht darunter leiden. Die Maßnahme soll Käufer jedoch davon abhalten, gekaufte Musikdateien, die urheberrechtlich geschützt sind, über so genannte Tauschbörsen-Programme zu verbreiten.


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