Anzeige
MPeX.net Suche
Home Page : Movies : Die Bären sind los

Die Bären sind los

» Links zum Artikel
Original Titel
The Bad News Bears

Kinostart
20.04.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Regie
Richard Linklater

Autor
Glenn Ficarra / John Requa

Laufzeit
113 Minuten

FSK
ab 6 Jahren

Hauptdarsteller
Billy Bob Thornton
Greg Kinnear
Marcia Gay Harden
Sammie Kane Kraft




Der Rattenfänger von Suburbia

INHALT

Die Bären sind los Der Nagetiervernichter Morris Buttermaker (Billy Bob Thornton, "Bad Santa") raucht wie ein Schlot und säuft wie ein Loch. Der Höhepunkt im Leben des ehemaligen Baseball-Spielers war gleichzeitig das Ende seiner Sportkarriere, als er für zwei Drittel eines Innings in der Profiliga pitchte – und alles vermasselte. Als ihn die Übermutter Liz Whitewood (Marcia Gay Harden), die sogar eine einstweilige Verfügung erwirkte, um ihren untalentierten Sprössling mitsamt seiner Baseball-Mannschaft in die Juniorenliga zu befördern, darum bittet, die Kindertruppe als Coach zu unterstützen, sagt Buttermaker zu. Schließlich kann er das Geld gut gebrauchen. Außerdem sind schlanke Kinderhände wie für das Aufstellen von Rattenfallen und Öffnen von Bierdosen gemacht.

Wie sich herausstellt, ist das zehnköpfige Bears-Team ein sportlicher Härtefall und bedarf intensiver Trainingsstunden. Ein Albtraum für den übellaunigen Buttermaker, der sich lieber voll laufen lässt und sich nur sporadisch dazu aufraffen kann, mit dem Rotzbengel-Haufen zu üben. Erst die rekordverdächtige Niederlage gegen die Yankees und deren ehrgeizigen Coach Roy Bullock (Greg Kinnear, "Besser geht’s nicht") vermag ihn dazu anzustacheln, die Mannschaft zu trainieren. Es gelingt ihm sogar, seine Stieftochter Amanda (Sammi Kane Kraft) und dass Baseball-Ass Kelly (Jeffrey Davies) ins Team zu holen. Nach dieser Generalüberholung verbessern sich die Bears immer mehr und schaffen es sogar ins Endspiel der Juniorenmeisterschaft, wo sie wieder auf die verhassten Yankees stoßen.



KRITIK

Die Bären sind los "Die Bären sind los" ist in mancherlei Hinsicht ein Remake. In erster Linie ist der Film natürlich die Adaptation des gleichnamigen Kinderfilm-Klassikers von 1976, in dem Walter Matthau eine brillante Vorstellung als der rotzige Coach Buttermaker ablieferte. Diese Rolle übernimmt nun 30 Jahre später Billy Bob Thornton, der seinerseits das Revival seiner Rolle des versoffenen Kinderhassers Willie aus "Bad Santa", der sich mit Fäkaliensprache verständigt und in seiner Dusseligkeit trotzdem irgendwie liebenswürdig ist, feiern darf. In "Die Bären sind los" treffen wir gewissermaßen auf eine jugendfreie Fortsetzung dieser Figur, die Eltern trotzdem noch genügend Schweißperlen auf die Stirn treiben wird. Thornton ist als Buttermaker nämlich so politisch inkorrekt wie eh und je. Sein Humor ist eine Mischung aus sexistischen Machosprüchen und verbalen Verunglimpfungen von Minderheiten, die aus einem Rollstuhlfahrer schon mal einen "Krüppel" machen. Raubeiniger Ekelspaß rundet den Mix ab. Schockiert-amüsiert darf der Zuschauer zum Beispiel beiwohnen, wie Buttermaker einen toten Waschbären nicht gerade fachgerecht aus seiner Kühltasche in einen Abfallcontainer entsorgt, um selbige Tasche direkt im Anschluss mit Eiswürfeln und Bierdosen zu befüllen. So kann man auch mit kleinen Sachen den Kindern eine Freude machen.

Die Bears-Mannschaft steht ihrem misanthropischen Coach in nichts nach. Zwar ist die Truppe bunt gemischt, aber egal ob Rollstuhlfahrer, übergewichtiger Bully, bleiche Triefnase, indischer Bücherwurm oder mexikanisches Einwandererkind, die Kids sind alle vorlaute Teufelsbraten, die das Publikum mit immer neuen, anzüglichen Wortkreationen malträtieren. Tiefgründigere Informationen lassen sie sich nicht entlocken und so bleibt die unsportliche Baseball-Clique so platt wie ihre Sprüche. Die Gören sind eigentlich nur Beiwerk zur Buttermaker-Figur. Auch Stieftochter Amanda, die als einziges Team-Mitglied wirklich inhaltlich in dem Film eine Rolle spielt, dient vorrangig dazu, Buttermakers Wandlung vom egoistischen Kammerjäger über den überehrgeizigen Baseball-Coach zum verantwortungsbewussten Kinderversteher zu illustrieren. Bleibt zu hoffen, dass jüngere Zuschauer sich ausreichend mit Buttermaker und seinen Freundinnen aus dem örtlichen Stripclub anfreunden können, denn altersgerechtere Bezugspersonen sind in "Die Bären sind los" kaum mehr als gut bezahlte Komparsen mit je einer prägenden Charaktereigenschaft.

Für Produzent Richard Linklater ist "Die Bären sind los" sein zweiter Versuch im Kinderfilm-Genre. Sein erstes Werk für Halbwüchsige war der erfolgreiche Film "School of Rock", in dem Jack Black eine Gruppe von lustlosen Schulkindern in eine motivierte Rock-Kappelle verwandelt. Das Konzept ist der Bears-Geschichte also ziemlich ähnlich, trotzdem büßt "Die Bären sind los" an Kindertauglichkeit gegenüber seinem Vorgänger ein. Grund dafür sind nicht die ausgedienten Kinderwitze oder Buttermakers Gossenhumor, sondern der Verlust von Spannung und Tempo gegen Ende des Films. Unnötigerweise wird das Baseball-Finale in die Länge gezogen und selbst das überraschende Ergebnis des Spiels kann die dramaturgische Langatmigkeit der Partie nicht entschuldigen. Mitreißend sieht anders aus.



FAZIT

Die Bären sind los Man lernt nie aus: "Manchmal schmeckt Vogelscheiße wie Schokolade", verrät uns der kleine Timmy Lupus in "Die Bären sind los". Eine qualifizierte Aussage, die schon fast philosophische Eigenschaften besitzt und eine der niveauvollsten Bemerkungen des ganzen Films darstellt. Kinder und Spätpubertäre werden den derb-lustigen Film dafür lieben. Eltern werden ihn hassen oder hassen lernen.

Von Therese Hopfmann



LINKS
» Filme bei Amazon.de
» Homepage zum Film


« Zurück zur Übersicht

Anzeige
Copyright © 2017 MPeX.net GmbH       Impressum       Verzicht       Suche Hosting by mpex