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Hügel der blutigen Augen

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Original Titel
The Hills Have Eyes

Kinostart
23.03.2006

Genre
Horror

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
FOX

Regie
Alexandre Aja

Autor
Alexandre Aja / Gregory Levasseur

Laufzeit
101 Minuten

Hauptdarsteller
Aaron Stanford
Ted Levine
Kathleen Quinlan
Vinessa Shaw




Die Geister, die ich rief...

INHALT

Es ist der Hochzeitstag von Detective Bob Carter – genannt "Big Bob" – und seiner Frau Ethel. Zu diesem Anlass fährt die gesamte Familie mit Auto und Wohnwagen in Richtung Kalifornien. Nur ist niemand so richtig froh darüber. Die älteste Tochter Lynn sorgt sich um die Sicherheit ihres Babies, während ihr Mann Doug endlose Diskussionen mit dem Schwiegervater befürchtet. Die pubertierende Brenda wäre viel lieber mit ihren Freunden weggefahren als auf einen Familienausflug und der einzige Sohn Bobby kümmert sich fast ausschließlich um seine beiden Schäferhunde Beauty und Beast.

Durch einen Autounfall mitten in der Wüste nimmt der Ausflug eine überraschende Wende. Die Familie registriert, dass sie mitten im Nirgendwo gelandet ist, weit weg von jeglicher Art von Zivilisation und mitten in der glühenden Hitze Nevadas. Und schließlich realisieren die sechs auch, dass sie nicht so allein sind, wie sie es geglaubt hatten. Eine ganz andere Familie wohnt in den Hügeln der Wüste: Ein genetisch mutierter, blutrünstiger Clan – die letzten Überlebenden einer Gruppe von Minenarbeitern aus der Zeit, als die Gegend Gebiet für Atomtests war. Eine brutale Jagd beginnt und die Carter-Familie muss zusammenhalten, wenn sie das zivilisierte Leben je wiedersehen will.



KRITIK

Nach (zumindest finanziell) großen Erfolgen von Horror-Remakes wie "Texas Chainsaw Massacre" oder "The Amityville Horror" bringt Fox nun die nächste Neuauflage eines Klassikers in die Kinos. Das Original stammt von Genre-Guru Wes Craven, der später mit "Nightmare on Elm Street" und der "Scream"-Reihe weltbekannt wurde und auch beim Remake seines "Hügel mit den blutigen Augen" als Produzent fungierte. Die ursprüngliche Version ist aus dem Jahr 1977 und brach schon damals alle Box-Office-Rekorde. Unter Kennern gilt der Schocker noch heute als ein Film, der durch seine einzigartige Spannung und einige Tabubrüche neue Maßstäbe setzte.

29 Jahre später präsentiert der Franzose Alexandre Aja seine Version von "The Hills Have Eyes" (auch im Remake etwas effekthascherisch mit "Hügel der blutigen Augen" übersetzt). Aja und Drehbuchschreiber Grégory Levasseur sorgten 2003 mit der französischen Produktion "High Tension" für Aufsehen, die nach großem Erfolg auf dem Toronto Film Festival auch in den USA in die Kinos kam. Und so wurden schließlich auch Wes Craven und sein Produktionsteam auf die beiden aufstrebenden Filmemacher aufmerksam und ließen ihnen alle Freiheiten, eine eigene Version des Kult-Klassikers zu drehen. Und das Ergebnis lässt sich durchaus sehen.

Schon der Hintergrund der Geschichte setzt sich angenehm von Horrorfilmen der letzten Zeit ab, sind es hier doch nicht eine handvoll Teenager, sondern die typische amerikanische Vorstadt-Familie, die sich dem mutierten Terror stellen muss. Da wäre der scheinbar durch nichts zu erschütternde Cop und Familienvater "Big Bob" (Ted Levine – "Monk"), seine fürsorgliche Frau Ethel (Kathleen Quinlan – "Apollo 13"), die jeden Streit schlichtende junge Mutter Lynn (Vinessa Shaw – "Eyes Wide Shut") und ihr Mann Doug (Aaron Stanford – "X-Men 2"). Schließlich die beiden genervten Teenager Brenda (Emilie de Ravin – "Lost") und Bobby (Dan Byrd). "Ich denke, dass jeder Zuschauer sich mit einem anderen Charakter – mit der Mutter, der Tochter, dem Sohn oder Schwiegersohn identifizieren wird", sagt Regisseur Aja. Ob dieser Hintergrund allerdings tatsächlich auch zur Ausweitung der Zielgruppe von Horror-Filmen dient, kann nach dem schockierenden Auftritt der zweiten Familie im Film durchaus in Frage gestellt werden.

Diese Familie besteht nämlich aus den mutierten Bergarbeiten eines ehemaligen nuklearen Sperrgebiets und bietet filmtechnisch natürlich mal wieder ein Fest für Maskenbildner. Die obszön entstellten Mutanten brauchen menschliches Fleisch und Blut zum Überleben und scheinen mit ihrer Taktik Familien auf Cross-Country-Touren zu überraschen ganz gut durchzukommen. Zwar stellen sie die zurückgebliebenen, auf pure Instinkte und Triebe reduzierten Wesen dar, doch wird auch hier innerhalb des Clans eine gewisse Verbundenheit und Fürsorge füreinander deutlich. Und je weiter der Film fortschreitet, desto weniger unterscheiden sich die beiden Familien: Schlussendlich geht es auch für die Carters nur noch ums nackte Überleben.

Ein weiterer Pluspunkt ist die politische Kompenente, der in der Interpretation des Franzosen mehr Bedeutung zukommt als nur die Erklärung für die Deformationen der Mutanten. So werden im Vorspann des Films Bilder von menschlichen Mutationen aufgrund von Atomtests gezeigt und der entstellte Patriarch der Mutanten-Familie selbst entgegnet Doug im Film vorwurfsvoll: "Ihr habt uns zu dem gemacht, was wir jetzt sind." Auch Ezra Buzzington – einer der Mutanten-Darsteller – hält die Idee, "dass das, was wir in unserer Welt erschaffen, zurückkommen und uns vernichten kann, wenn wir nicht aufpassen", für sehr wichtig.

Trotz all dieser interessanten Hintergründe: "The Hills Have Eyes" ist in erster Linie ein Horror-Film und der berühmte Hinweis "nichts für schwache Nerven" gilt hier ganz besonders. Schon in der ersten Minute – noch vor dem Vorspann – werden drei Wissenschaftler von der Mutanten-Familie munter mithilfe von Spitzhacken an Felswände geschmettert. Und dass das noch lange nicht der Höhepunkt an Grausamkeit sein wird, ist Genre-Kennern mit Sicherheit klar. Horror-Fans kommen jedenfalls auf ihre Kosten, sowohl was den Blutgehalt als auch was Spannung und Schocker-Momente angeht. Natürlich bringt der sehr typische Spannungsbogen dann auch die ebenso typischen Logik- und Realismus-Probleme mit sich, diese halten sich hier jedoch erfreulich in Grenzen, so dass das Verhalten der Charaktere größtenteils nachvollziehbar bleibt.

Das ist nicht zuletzt den hervorragenden Darstellern zu verdanken, die ihre jeweiligen Rollen mit Bravour und ohne Übertreibungen meistern. Besonders hervorzuheben ist die Leistung der beiden jüngsten: Emilie de Ravin, die schon in "Lost" zu den besten Schauspielern gehört, reift sehr schön vom angeödeten Teenager zur Mutanten-Jägerin und dem noch unbekannten Dan Byrd nimmt man die Todesangst mit Freude ab. So wird "The Hills Have Eyes" zu einem stark inszenierten und durchaus intelligenten Horror-Thriller, mit dem Alexandre Aja wohl endgültig in Hollywood angekommen ist. Und wie er selbst sagt: "Mit der Art von Filmen, die wir machen, spielt es keine Rolle Franzose zu sein. Wenn du weißt, wie du Leuten Angst machst, kannst du das in jeder Sprache tun."



FAZIT

Ein weiterer Schocker für die Zielgruppe, allerdings dank hervorragender Inszenierung ein verdammt interessanter. Fans von Horror-Filmen kommen hier mit Sicherheit auf ihre Kosten und auch Zuschauern, die der Spannung wegen ins Kino gehen, machen mit "The Hills Have Eyes" nichts falsch – sofern sie hart im Nehmen sind. Alle anderen verpassen auch mit diesem Kult-Remake keinen Meilenstein der Filmgeschichte und können den Hügel der blutigen Augen getrost übersehen.

Von Till Kadritzke



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