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Casanova

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Kinostart
09.02.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
Buena Vista

Regie
Lasse Hallström

Autor
Jeffrey Hatcher / Kimberly Simi

Laufzeit
108 Minuten

Hauptdarsteller
Heath Ledger
Sienna Miller
Jeremy Irons
Oliver Platt




Knallbonbon-Casanova

INHALT

Casanova Casanova ist ein Synonym für Frauenheld. Schuld daran sind die abenteuerlichen, stark erotisch gefärbten Memoiren des 1798 gestorbenen italienischen Schriftstellers Giacomo Casanova, die aufregenderweise vielleicht nicht einmal völlig frei erfunden sind. So genau weiß das keiner.

Die Legende Casanova wurde schon in unzähligen Varianten für Theater, Fernsehen, Film (unter anderem von Fellini) adaptiert. Nun lässt ihn Lasse Hallström ("Chocolat"), in einer bonbonbunten Kostümkomödie von hemmungsloser Harmlosigkeit sein Unwesen treiben.

Casanova (Heath Ledger, "Brothers Grimm", demnächst in Ang Lees Oscaranwärter "Brokeback Mountain") verbringt seine Tage glücklich in Venedig. Wenn er sich nicht gerade mit einer Nonne im Bett vergnügt oder mehr oder weniger ketzerische Schriften verfasst, flieht er vor denen, die ihn dafür gerne hängen würden. Richtig gefährlich wird es allerdings nie, dafür sorgt schon seine rechte Hand Lupo (Omid Djalili). Casanova und Lupo sind eine - allerdings entschieden liebenswürdigere - Don-Giovanni-und-Leporello-Variante, also fast unschlagbar, und sollte doch einmal etwas schief gehen, haut sie spätestens der mit Casanova befreundete Stadtherr von Venedig raus. Natürlich bleibt es so nicht. Der Vatikan schickt einen Bischof (Oscarpreisträger Jeremy Irons demonstriert eindrucksvoll, dass er auch Komödie spielen kann), der Jagd auf Casanova machen soll. Dieser Bischof ist zwar ein verboten verblödetes Exemplar, dafür aber umso entschlossener, und außerdem hat er einen recht cleveren Gehilfen. Es wird also brenzlig für Casanova. Er muss sich nach außen hin einen gesitteten Anstrich geben und will deshalb eine Scheinehe mit einer stadtbekannten "Jungfrau" eingehen. Allerdings kommt ihm etwas völlig unerwartetes dazwischen: Die wahre Liebe. Sie heißt Sienna Miller (Francesca Bruni), hält als Mann verkleidet Vorlesungen in der Universität, ist Casanova im Gefecht mit dem Florett genauso ebenbürtig wie im Wortgefecht, hält ihn im übrigen leider für ein Schwein und ist zu allem Überfluss bereits einem stinkreichen Patrizier (Oliver Platt) versprochen. Das gibt Komplikationen.



KRITIK

Casanova Viel braucht man zu diesem Film gar nicht sagen. Lasse Hallström kostet das Genre romantische Kostümkomödie so richtig aus. Vor kitschigen Venedigaufnahmen inklusive romantischem Flug im Heißluftballon schreckt er genauso wenig zurück wie vor grenzdebilen Slapstickeinlagen eines halbnackten Casanova auf der Flucht über pittoreske Dachgiebel. Die Kostüme lassen an Opulenz und Farbigkeit nichts zu wünschen übrig und flotte Florettgefechte, bei denen sich aber niemand weh tut, gibt es auch einige. All das wird mit mehr als einem Augenzwinkern selbstironisch, charmant und temporeich erzählt und stilsicher von einer eleganten überraschenden Wendung ganz zum Schluss abgeschlossen. Sicher, wer lieber gar nicht lacht als möglicherweise unter seinem Niveau, muss das Kino spätestens nach den ersten fünf Minuten verlassen – schon um sicher zu gehen, nicht doch beim Kichern erwischt zu werden.

Lasse Hallströms ganz eigene humorvolle Art der Charakterzeichnung erhebt den Film über die Stufe des ganz gewöhnlichen Klamauks. Auch die gefällt nicht jedem. Viele haben es schon bei "Chocolat" gehasst, und man muss es wirklich nicht mögen, wie Hallström jede noch so lächerliche Figur am Ende ganz überraschend sympathisch dastehen lässt und obendrein noch sehr darauf bedacht ist, dass beim Happy End fast niemand leer ausgeht. Das ist sehr süß, klebrig wird es nie. Man muss es nicht mögen, aber das inszenatorische Können des Regisseurs lässt sich auch gerade im Umgang mit seinen Figuren nicht abstreiten. Es soll Hallström zum Beispiel erst einmal einer nachmachen, ausgerechnet den tumben reichen Patrizier zum heimlichen Helden mutieren zu lassen, ohne dass sich etwas am Charakter dieser Figur geändert hätte, nur dadurch, dass der Blick des Zuschauers auf eine andere Weise gelenkt wird.

Noch Fragen offen? Eine wichtige natürlich: Heath Ledger als Casanova, geht das? Eigentlich geht es nicht, dennoch macht er seine Sache besser als man erwarten konnte. Im Rahmen dieser überzogenen Komödie nimmt man ihm die Mischung aus Feingeist und Macho sogar ab.



FAZIT

Casanova Lasse Halmströms "Casanova" ist ein bunter, alberner Kinospaß, genauso harmlos wie sinnlos, aber frei von Peinlichkeiten und Längen, ganz einfach gut gemacht. Wer sich da nicht amüsiert, ist selbst schuld.

Von Martin Thoma



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