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Garfield 2

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Original Titel
Garfield: A Tail of Two Kitties

Kinostart
06.08.2006

Genre
Animation/ Komödie

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
FOX

Regie
Tim Hill

Autor
Joel Cohen/ Alec Sokolow

Laufzeit
80 Minuten

Hauptdarsteller
Breckin Meyer
Jennifer Love Hewitt
Billy Connolly
Lucy Davis




Da beißt sich die Katze in den Schwanz

INHALT

Garfield 2 Vor zwei Jahren wurde der Comic-Kater Garfield erstmals aus seinem schnöden zweidimensionalen Dasein in die Dreidimensionalität erhoben. Die neue Plastizität bekam dem faulen Fellknäuel allerdings nicht so gut. Viele Fans waren nach Garfields Kinodebüt enttäuscht, war ihre Lieblingskatze doch zum Labortier für ein Kinderfilmexperiment mutiert, das sich ohne Humor oder Geschmack über die Leinwand wälzte. Nun folgt „Garfield 2“ und noch immer zeigen die Filmmacher keine Gnade bei der Verhunzung einer Comic-Legende.

Dieses Mal verschlägt es den 3D-Garfield samt Herrchen Jon (Breckin Meyer, „Roadtrip“) nach Großbritannien. Ganz freiwillig nimmt Jon seinen ungestümen Stubentiger allerdings nicht mit ins Vereinigte Königreich, wo er seiner Freundin Liz (Jennifer Love Hewitt, „Heartbreakers“) eigentlich ungestört einen Heiratsantrag machen will. Vielmehr lässt sich Garfield, der nicht scharf darauf ist, in ein Tierhotel abgeschoben zu werden, als blinder Passagier einfliegen. In London streunt er zusammen mit seinem dümmlichen Hundekomplizen Odie durch die Straßen. Doch es dauert nicht lange, bis der Kater einem Butler über den Weg läuft, der ihn für das vermisste Haustier einer verstorbenen Adelsdame hält und ihn kurzerhand mitnimmt. Wie sich herausstellt, ist der entlaufene Prince, der wie Garfields eineiiger Zwilling aussieht, alleiniger Erbe eines Schlosses. Garfield schlüpft in Windeseile in Princes Rolle und lässt sich königlich verwöhnen. Doch Lord Dargis (Billy Connolly, „The Last Samurai“) hat eine Auge auf Princes immense Erbschaft geworfen. Um an das Schloss und die Ländereien zu kommen, muss er nur noch irgendwie die lästige Katze beseitigen…



KRITIK

Garfield 2 Als Erich Kästner vor mehr als einem halben Jahrhundert „Das doppelte Lottchen“ erschuf, konnte der zeitkritische Schriftsteller wohl kaum ahnen, dass die Geschichte der ausgetauschten Zwillinge Luise und Lotte in den folgenden Jahrzehnten zu einem Liebling der Filmindustrie avancieren würde. Die Zwillinge erlebten zahlreiche Kinorevivals. Mal hießen sie Charlie und Louise, mal Amanda und Alyssa, mal Annie und Hallie. Vielleicht war es nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood gewissermaßen auch animierte Vierbeiner als potenzielles Zwillingspaar entdecken würde. Prince und Garfield werden zwar nie wirklich als Geschwister erwähnt, aber ihre äußerliche Ähnlichkeit legt eine Verwandtschaft oder gar einen gelungenen Klonversuch nahe. Allein ihr Dialekt – der eine palavert in plumpem Amerikanisch, der andere konversiert in leicht nasalem Nobelbritisch – unterscheidet sie. Eine Vertauschung gibt es natürlich auch: Prince landet auf den Straßen Londons und schließlich in Jons Armen, während Garfield sich bereitwillig zum neuen Schlossherren erklären lässt.

Wirklich originell ist die Geschichte, die in „Garfield 2“ erzählt wird, nicht. Die Handlung wird geradlinig abgewickelt und keine einzige überraschende Wendung peppt Garfields Verwechslungsdrama auf. Dass die zum Schlossbauernhof gehörende Tierschar, die Garfield bei der Überwältigung des fieser als fiesen Klischeebösewichts Lord Dargis helfen muss, sprechen kann, ist wohl dem Einfluss des Produzenten John Davis geschuldet.

Garfield 2 Der Mann, der bereits Filmverbrechen wie Kevin Costners „Waterworld“ (1995) produzierte, erweist sich als wahrer Serientäter, wenn es um vermenschelte Tiere geht: „Dr. Dolittle“ (1998) und „Dr. Dolittle 2“ (2001) gehören zu seinem Tatbestand. „Dr. Dolittle 3“ folgt demnächst. Als wäre sprechendes Getier im Schlepptau eines animierten Comic-Helden-Abklatsches nicht schon nervig genug, müssen die Tiere schließlich auch noch Garfields Leibgericht Lasagne selbstständig herstellen. Sollte Garfields Stallkollegen dabei wirklich entgangen sein, dass sie gerade ihre eigenen ländlichen Viehfreunde kleinhäckseln und einem verwöhnten Großstadtkater zum Fraß vorwerfen?

Platter noch als die langweilige Geschichte sind in „Garfield 2“ zweifelsohne die Protagonisten des Films. Mensch wie Tier wie orange getigertes Computerprodukt lassen jegliche Form von Vielschichtigkeit vermissen. Jon ist ein trotteliger Trottel, Liz die liebenswerte Geliebte, Lord Dargis der böse Bösewicht. Den Witzen fehlt es ebenso an Charme. Scherze wie „Mi castle es su castle“ (in der Originalversion) gehören dabei noch zum gelungeneren Teil des Repertoires. Zwischendurch ist größtenteils Garfields Fettleibigkeit und Odies stumme Dummheit dazu angedacht, die Lachmuskeln der Zuschauer zu reizen. Die Runninggags können jedoch nicht einmal ein müdes Lächeln provozieren. Vielmehr verwünscht man schon nach der ersten Viertelstunde den Erfinder des Slapsticks. Und die Drehbuchautoren.



FAZIT

Garfield 2 Garfield-Erfinder Jim Davis würde sich angesichts „Garfield 2“ vor Gram im Grab umdrehen, ja geradezu rotieren wie ein Propeller – wäre er nicht noch am Leben. Oder nicht dazu verpflichtet worden, sich ausschließlich positiv zur Leinwandadaption seines Comic-Klassikers zu äußern. Kritik wäre aber durchaus angebracht. Der unintelligente 3D-Garfield ist nämlich ein viel größerer Quälgeist als das Original, im negativen Sinne. Ja, Stumpfsinnigkeit und Langeweile lassen sich paaren. Der Kinderfilm „Garfield 2“ erbringt den Beweis dafür mühelos. Wer sich diesen Streifen antut, ist selbst schuld. Wehrlose Kinder dabei ins Kino mitzuschleifen, ist obendrein eine Menschenrechtsverletzung. Ganz bestimmt.

Von Therese Hopfmann



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