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Das Haus am See

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Original Titel
The Lake House

Kinostart
06.07.2006

Genre
Drama

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Warner

Regie
Alejandro Agresti

Autor
David Auburn

Laufzeit
98 Minuten

Hauptdarsteller
Keanu Reeves
Sandra Bullock
Christopher Plummer
Ebon Moss-Bachrach




Beam me up, Scotty!

INHALT

Das Haus am See Als die Ärztin Kate Forster (Sandra Bullock, "Miss Undercover", "28 Tage") in die Innenstadt von Chicago zieht, muss sie ihr altes Haus, das idyllisch an einem See gelegen ist, zurücklassen. Im Briefkasten hinterlässt sie einen Brief für den Nachmieter, um die Nachsendung ihrer Post zu erbitten. Alex Wyler (Keanu Reeves, "Dem Himmel so nah", "Matrix"), ein Architekt, findet beim Einzug in das Haus Kates Nachricht. Ihm fällt auf, dass der Brief einige Ungereimtheiten über sein neues Eigenheim enthält und antwortet Kate schließlich.

Die Ärztin bemerkt sofort ein sehr befremdliches Detail des Antwortschreibens: Alex hat seinen Brief mit 2004 datiert – es ist aber 2006. Wie sich herausstellt, leben die beiden genau zwei Jahre auseinander. Kate lebt im Jahr 2006, Alex im Jahr 2004. Alles, was sie verbindet, ist der Briefkasten vor dem Häuschen am See. Ihr Briefwechsel entwickelt sich schon bald zur Postromanze, doch der Zeitabstand scheint ein gemeinsames Leben der Turteltauben unmöglich zu machen. Als ein umständlich geplantes Treffen nicht gelingt, will Kate Alex endgültig aufgeben. Doch so schnell wird sie den romantischen Mustermann Alex, der sich Hals über Kopf in sie verliebt hat, nicht los…



KRITIK

Das Haus am See Man mag sich gar nicht ausmalen, wie viele rauchende Drehbuchautorenköpfe sich in Hollywood durch das Konzept von "Das Haus am See" quälen mussten. Der Filmstoff lässt das Raum-Zeit-Kontinuum gefährlich wackeln. Abgesehen von "Star Trek", wo mithilfe von Wurmloch, Plasmakern und WARP-Antrieb Zeitsprünge mühelos gelangen, tat sich die Filmindustrie bisher eher schwer damit, seinem Publikum derartiges physikalisches Neuland vorzusetzen. Ohne vulkanische Spitzohren und Zukunftstrara wird der cineastische Quantensprung zum anstrengenden Kraftakt. Selbst das Zeitsprungmeisterwerk "12 Monkeys" (1995), in dem Bruce Willis vergeblich versucht, den Lauf der Geschichte durch eine Reise in die Vergangenheit zu verändern, kommt nicht ohne futuristische Technik aus dem Jahre 2035 aus. Wie es der Zauberbriefkasten, seines Zeichens zerbeulte Blechkiste auf schäbigem Holzpfahl, in "Das Haus am See" schafft, eine Zeitlücke von zwei Jahren ohne Schwierigkeiten zu überbrücken, bleibt deshalb sicherheitshalber ein Betriebsgeheimnis der Drehbuchautoren. Dass Alex seinen ersten Brief an Kate in den eigenen Briefkasten legt, statt ihn an die ihre neue Adresse zu schicken, ist wohl Teil des nicht zu enträtselnden Mysteriums.

Natürlich geht es in "Das Haus am See" nicht vordergründig um physikalische Phänomene, sondern vor allem um – man ahnt es schon – die Liebe. Zwölf Jahre ist es her, dass Sandra Bullock und Keanu Reeves in "Speed" (1994) gemeinsam als Leinwandpaar auftraten. Seitdem tingelten beide Schauspieler mehr oder minder erfolgreich durch das hollywoodsche Romanzengefilde. Bullock versprühte in Filmen wie "Ein Chef zum Verlieben" (2002) stets humorigen Charme, Reeves präsentierte sich talentfrei in Schmusestreifen wie "Sweet November" (2001).

Das Haus am See "Das Haus am See" bestätigt sowohl Bullock als auch Reeves in ihren gewohnten Rollen. Sandra Bullock überzeugt als Ärztin Kate, die selbstironisch durch die verkorkste Liebessituation schlingert und mit viel Witz ihre Stärken und Schwächen preisgibt. Ihr männliches Pendant versteht offenbar weniger Spaß. Schönling Reeves ist kein Mann der großen Worte oder Witze, er ist ein Mann der Close-Ups und Romantikerallüren. Ein schauspielerisches Highlight dürfte übrigens Herr Reeves’ Versuch zu niesen sein. Der nasale Ausstoß von Luft auf Zuruf ist für den "Matrix"-Helden augenscheinlich eine Überforderung. Ist ja auch nicht so einfach, die Trockennieserei.

"Das Haus am See" basiert auf dem südkoreanischen Film "Il Mare" (1999), der es nie bis in das hiesige Mainstreamkino schaffte. Wo der Originalfilm mit der exotischen Schönheit der koreanischen Küste auftrumpfte, konzentriert sich "Das Haus am See" auf die architektonischen Vorzüge Chicagos. Das besagte Haus, ein Konstrukt aus Stahl und Glas, das auf Stelzen im Wasser steht, ist tatsächlich eine Augenweide. Es musste eigens für den Film errichtet werden, weil sich kein vergleichbares Bauwerk im Norden der USA finden ließ. Leider musste das Traumhaus nach den Dreharbeiten wieder abgerissen werden. Die hübsche Kulisse war allerdings sowieso nie wirklich bewohnbar. Und der Briefkasten war wohl auch nie wirklich ein Zeitreiseportal.



FAZIT

Das Haus am See Nicht auszudenken, was einem eine Brieffreundschaft aus der Zukunft alles ermöglichen könnte. Man könnte sich die Lottozahlen für nächste Woche schicken lassen, sich als Wahrsager ein paar Euros dazuverdienen, einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. In "Das Haus am See" bleiben solche Chancen ungenutzt. Stattdessen klaffen in dem optisch gelungenen Liebesdrama Logiklücken, die wohl ungelenk mit viel Gefühlsduselei gestopft werden mussten. Kitsch essen Hirn auf.

Von Therese Hopfmann



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