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Ab durch die Hecke

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Original Titel
Over the Hedge

Kinostart
06.07.2006

Genre
Animation/ Komödie

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Tim Johnson/ Karey Kirkpatrick

Autor
Karey Kirkpatrick/ Len Blum ...

Laufzeit
83 Minuten

Hauptdarsteller
SPRECHER:
Götz Otto
Ben Becker
Bernhard Hoecker
Ralf Schmitz




Igel im Stachelschweinpelz

INHALT

Ab durch die Hecke Der Anblick eines animierten Stachelschweins war wohl zu viel für die deutsche Abteilung des Filmverleihs UIP. Zu exotisch war der stachelige Nager für europäische Filmvertreiberäuglein, zu ungewöhnlich der Anblick des afro-asiatischen Ungetüms. Aber den Igel, den kennt man bei UIP! Der putzige kleine Gartenbewohner, der nachtaktiv und einzelgängerisch veranlagt ist, hat zwar kaum Gemeinsamkeiten mit dem Stachelschwein, aber Stachelkleid bleibt Stachelkleid. Deshalb fristet das Stachelschweinpärchen Lou und Penny mitsamt Drillingen zumindest im Presseheft zu Dreamworks’ neuestem Animationsabenteuer „Ab durch die Hecke“ ein Dasein als Igelfamilie.

Zusammen mit einer Bande von possierlichen Tieren macht die Stachelschweinsippe eine furchtbare Entdeckung, als die Waldfreunde aus ihrem Winterschlaf erwachen: Ein großer Teil des Waldes ist einer Vorstadtsiedlung gewichen und eine riesige Hecke trennt das verbliebene Fleckchen Grün von der neuen Asphaltlandschaft. Der Anführer der Tiertruppe, Schildkröte Verne (Bernhard Hoëcker), traut sich als Erster in die unbekannte Menschenwelt – und kommt dabei fast ums Leben. Doch als der Waschbär Richie (Götz Otto) auftaucht und verspricht, dass die Siedlung ein wahres Schlaraffenland ist, in dem Futter en masse wartet, sind die gierigen Freunde trotzdem nicht mehr zu halten und stürmen die Siedlung. Das sonst so mühselige Hamstern von Futter für die Winterpause wird unter Richies Führung auf wenige Tage verkürzt. Was die leichtgläubige Bande nicht ahnt: Schlitzohr Richie schuldet dem Bären Vincent (Ben Becker) eine Wagenladung Futter, die er den fleißigen Futtersammlern nun stehlen will, um seinen eigenen Pelz zu retten.



KRITIK

Ab durch die Hecke „Ab durch die Hecke“ basiert auf dem Comic-Strip „Over the Hedge“, für den Autor Michael Fry und Illustrator T. Lewis eine Schildkröte und einen Waschbären kreierten, die gemeinsam über eine Hecke hinweg die Menschen beobachten und deren Eigenarten und Macken gnadenlos verspotten. In der Filmadaption „Ab durch die Hecke“ ist von dem scharfen Spott und Hohn nicht viel übrig geblieben. Milde Kritik gegenüber der menschlichen Wegwerfgesellschaft, Konsumverliebtheit und Abschottung von Flora und Fauna äußert der Film trotzdem.

Die Wildtiere werden in Rekordzeit zu Konsumopfern. Kaum präsentiert ihnen der mit der Menschenwelt schon sehr vertraute Richie die erste Chipstüte, schwebt die Bande bereits im Glutamatdelirium und bei der Vorstellung, hinter der Hecke noch mehr davon vorzufinden, läuft allen Beteiligten das Wasser im Mund, pardon in der Schnauze, zusammen. Von nun an beherrschen Fast Food und koffeinhaltiges Zuckerwasser den Speiseplan der Tiere. Dass so eine Ernährung tatsächlich sehr ungesund ist, wird allerdings nie explizit formuliert. Weder das ohnehin schon hyperaktive Eichhörnchen Hammy (Ralf Schmitz) im Koffeinrausch noch die videospielsüchtigen Stachelschweindrillinge vermitteln dem jüngeren Publikum wirklich, welche Auswirkungen solche Anwandlungen haben können. Die Aufnahmefähigkeit bezüglich Gesellschaftskritik dürfte bei Kindern aber sowieso eher gering sein. Es ist nur Schade, dass erwachsene Zuschauer so wenig gefordert werden.

Ab durch die Hecke Die Konfrontation der Tierbande mit der Vorstadtwelt ist dann aber für Klein und Groß sehr spaßig anzusehen. So taufen die wilden Waldbewohner die mysteriöse Hecke in Ermangelung eines Begriffs zunächst auf „Hugo“ und Beutelratte Ozzie (Kaspar Eichel) wirft sich ehrfürchtig vor das fremde Gesträuch, um ihm wie einem Gott zu huldigen. Auch die Begegnung zwischen dem Stinktier Stella (Heike Schroetter) und der hochgezüchteten Rassekatze Tiger (Tayfun Bademsoy) erinnert an die lächerlich-absurde Verformung der Natur durch den Menschen. Tigers Näschen ist nämlich so flach gezüchtet, dass durch sein Riechorgan kaum noch Düfte gelangen. Einer Affäre mit Stinktier Stella steht nichts mehr im Wege. Wer noch Bugs Bunny und Co. kennt, wird sich an dieser Stelle an das französische Stinktier Pepe und dessen Vorliebe für schwarze Katzendamen erinnert fühlen.

In der Originalversion von „Ab durch die Hecke“ wartete der Film mit Stars wie Bruce Willis („Sin City“, „Das fünfte Element“), William Shatner („Boston Legal“), Nick Nolte („Liebesflüstern“, „Der schmale Grat“) und Avril Lavigne als Synchronsprecher auf. Weniger spektakulär, aber trotzdem recht gelungen, ist die deutsche Version, bei der Bernhard Hoëcker, Ralf Schmitz und Jeanette Biedermann mitwirkten. Überzeugender als die Promistimmen ist allerdings die Qualität der Animationen. Das Fell der Tiere und die Umgebung sind aufwendig und detailreich animiert, auch wenn die nicht enden wollende Treue zu glubschäugigen Trickfilmprotagonisten nach Filmen wie „Madagascar“ oder „Das große Krabbeln“ langsam ermüdet.



FAZIT

Ab durch die Hecke Die drollige Geschichte um den futterneidischen Waschbären Richie und die eingeschworene Waldtierfamilie bietet viele Schmunzelmomente und einen Hauch Gesellschaftskritik. Erwachsene Zuschauer werden vielleicht den Biss der Comic-Vorlage vermissen und dürfen keine intellektuellen Höchstleistungen erwarten. Für Kids ist der Streifen sicherlich ideal und leicht bekömmlich. Und falls die Frage „Papa, wieso sieht der Igel denn so komsich aus?“ aufkommen sollte, weiß der Papa jetzt auch, warum: Der Igel ist ein Stachelschwein.

Von Therese Hopfmann



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