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Iberia

Kinostart
25.05.2006

Genre
Doku

Erscheinungsjahr
2005

Land
ES

Verleih
MFA

Regie
Carlos Saura

Autor
Carlos Saura

Laufzeit
90 Minuten

Hauptdarsteller





Das geheime Leben der Proben

KRITIK

Iberia Eine Geschichte, die Ausarbeitung von Figuren, Dialoge – von den üblichen Zutaten für einen Kinofilm findet man in "Iberia" nichts. Denn der 39. Film vom spanischen Regie-Altmeister Carlos Saura ist kein normaler Spielfilm. Schon die Pressemitteilung kündigt eine "atemberaubende Erfahrung aus Licht, Musik und Tanz" an, eine "meisterliche Kombination aus klassischer Musik und Ballett, zeitgenössischem Tanz und dem leidenschaftlichen Herz des Flamencos". Als Tanz-Musical lässt sich Sauras Film also noch am ehesten bezeichnen. Der Regisseur erzählt mit den gezeigten Darbietungen von seinem Heimatland, jede der unterschiedlichen Choreographien steht für einen anderen Teil Spaniens.

"Iberia" basiert auf dem Werk des berühmten spanischen Komponisten Isaac Albéniz (1860-1909), der zwar vor allem für seine Klaviermusiken bekannt ist. Viele seiner Stücke wurden jedoch später für Orchester umgeschrieben und finden in "Iberia" Verwendung. Für die filmische Umsetzung der Musik Albéniz’ gelang es Saura, einige der bekanntesten Musiker und Tänzer Spaniens zu versammeln, darunter die Tänzerin Sara Baras, den Gitarristen Manolo Sanlúcar oder den Sänger Enrique Morente, der zu den einflussreichsten Künstlern der Flamenco-Szene gehört.

Iberia Sauras Interesse am Flamenco und ganz allgemein am Tanz ist in vielen Werken seiner beeindruckenden Filmografie spürbar, seine Kino-Adaption der Bizet-Oper "Carmen" wurde für den Oscar nominiert. "Wieder einmal stehe ich der magischen Kombination von Musik und Kamera gegenüber, die mich so fasziniert und die ihren Zenit beim Musical erreicht", sagt er selbst über "Iberia". "Obwohl diese filmische Form auch auf anderer Weise umgesetzt werden kann, so bevorzuge ich doch diese reine Form, die frei ist von künstlichen narrativen Aspekten".

Die Freiheit von der Handlung, ein Rezept, das funktioniert – wenn man sich denn darauf einlässt. Denn dass "Iberia" kein Film für den Durchschnitts-Kinobesucher ist, sollte klar sein. Menschen mit Interesse an Tanz, klassischer Musik oder der spanischen Kultur werden mit "Iberia" ihre Freude haben, aber auch jeder Kino-Freund ohne festgefahrene Erwartungshaltung wird möglicherweise positiv überrascht werden. Sauras Film überzeugt vor allem durch das elegante Spiel zwischen Musik und Tanz auf der einen und Bühnenbild und Kamera auf der anderen Seite. Keine Aufführungen, sondern Proben sind es, die Saura uns vorführt – ein Publikum ist bei keiner der Darbietungen zu sehen. Dagegen immer im Bild sind die Musiker, zu keiner Zeit ist ein Instrument zu hören, das der Zuschauer nicht auch auf der Leinwand sieht. Diesem Zusammenspiel über 90 Minuten zuzusehen mag den einen ermüden, den anderen begeistern – faszinierend ist es jedoch allemal.



FAZIT

Iberia Ein Flamenco-Musical – gänzlich ohne Geschichte und Dialog – erzählt von den unterschiedlichen Regionen Spaniens, indem es Künstler bei ihren Proben beobachtet. Carlos Saura schafft durch das geschickte Zusammenspiel von Tanz, Musik, Kamera, Licht und Farben einen beeindruckenden Film, der wohl dennoch vorwiegend Menschen begeistern wird, die sich auch vorher schon mit dem Tanz verbunden fühlten.

Von Till Kadritzke



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