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Lost Children

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Kinostart
03.11.2005

Genre
Dokumentarfilm

Erscheinungsjahr
2005

Land
D

Verleih
timebandits films

Regie
Ali Samadi Ahadi / Oliver Stoltz

Autor
Ali Samadi Ahadi / Oliver Stoltz

Laufzeit
103 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller





KURZBERICHT

Lost Children Seit 20 Jahren ist Krieg im Norden Ugandas. Die religiösen Fanatiker der Lord’s Resistance Army (LRA) terrorisieren die Bevölkerung. Sie morden, foltern, vergewaltigen, verstümmeln, rauben, und sie entführen Kinder. Sie zwingen sie, als Kindersoldaten anderen das gleiche anzutun - auch ihren eigenen Verwandten - und verheizen sie als Kanonenfutter gegen die Regierungstruppen. Nach einem UN-Bericht vom Februar dieses Jahres ist Uganda eines von elf Ländern, in denen Kinder als Soldaten missbraucht werden.

Die Regisseure von "Lost Children" haben als Kinder selbst Krieg erleben müssen. Oliver Stoltz, 1969 in Bonn geboren, lebte als 13jähriger während des Bürgerkrieges in Namibia. Ali Samadi Ahadi wurde 1972 im Iran geboren und war Kindersoldat im Iran-Irak-Krieg. Er überlebte, weil es ihm als 12jährigem gelang, aus seiner Heimat nach Deutschland zu fliehen. Für "Lost Children" haben sie zusammen mit Maik Behres (Kamera) und Jens Schwarzburg (Ton) in einem Auffanglager der Caritas Gulu in Pajule auf Mini-DV gefilmt. Pajule liegt im Rebellengebiet, die Caritas ist die einzige Hilfsorganisation, die dort noch tätig ist. Die ausnahmslos schwarzen Sozialarbeiter in Pajule riskieren ihr Leben, um die Kinder unter schwierigsten Bedingungen zu versorgen, sie psychologisch und medizinisch zu betreuen und schließlich zu ihren Familien zurückzuführen.

"Lost Children" porträtiert vier Kindersoldaten: den 12jährigen Francis, die 14jährige Jennifer, den 13jährigen Kilama und den 8jährigen Opio. Sie erzählen davon, was ihnen angetan wurde und was sie selbst getan haben. Beides ist unbeschreiblich. Man erfährt von ihren Hoffnungen und Alpträumen, sieht ihre körperlichen und einen Teil von ihren seelischen Verletzungen - genug, dass es schwer zu ertragen ist.

Lost Children "Lost Children" zeigt die 23jährige Grace Arach und den 29jährigen John Bosco, die versuchen, den Kindern zu helfen. Sie fahnden nach Verwandten, zu denen die Kinder zurückkehren könnten und bemühen sich, diese zu überzeugen, sie wieder zu sich zu nehmen. Das ist schwierig und gelingt nicht immer. Denn alle haben Angst vor ihren Kindern, viele fürchten, dass sie wieder töten werden oder können ihnen nicht verzeihen, was sie getan haben. Außerdem drohen die Rebellen damit, die ganze Familie umzubringen, wenn eines ihrer entführten Kinder zurückkehren sollte.

"Lost Children" ist ein einzigartiger Dokumentarfilm, der zeigt, was man sonst verdrängt und so auch in der spärlichen Berichterstattung über Kindersoldaten nicht sieht. Er ist eine quälende Nahaufnahme, nie reißerisch, kitschig oder manipulativ.

Zwei Tage nach Ende der Dreharbeiten wurden bei einem Angriff auf Pajule 20 Menschen getötet und 240 entführt. Auch Grace Arach wurde entführt. Einer ihrer Entführer war ein Kindersoldat, den sie aus dem Lager kannte und der zu den Rebellen zurückgekehrt war. Er ließ sie entkommen.



Von Martin Thoma



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