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Der Maschinist

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Original Titel
The Machinist

Kinostart
11.11.2004

Genre
Thriller

Erscheinungsjahr
2003

Land
E / USA

Verleih
3L

Regie
Brad Anderson

Autor
Scott Kosar

Laufzeit
101 Minuten

FSK
ab 16 Jahren

Hauptdarsteller
Christian Bale
Jennifer Jason Leigh
Aitana Sanchez-Gijon
John Sharian




Schlafloser Alptraum

INHALT

Trevor alias Christian BaleAbgemagert, mit dunklen Ringen unter den tief zurückliegenden Augen, betrachtet sich der Maschinist Trevor Reznik (Christian Bale) im Spiegel. Viele meinen, würde er noch dünner werden, würde Trevor nicht mehr existieren. Dieser Meinung ist auch Stevie (Jennifer Jason Leigh), Trevors einzige Bezugsperson. Auch wenn er der Prostituierten Stevie nach einem jeden Treffen Geld auf den Tisch legt, verbindet die beiden doch eine Art freundschaftliche Bande miteinander. Doch der körperliche Verfall von Reznik macht auch dessen Kollegen sorgen. Mit Argwohn betrachtet man den sich immer mehr entfremdenden Kollegen und fordert ihn schlussendlich zur Abgabe einer Urinprobe auf. Der Verdacht auf Drogenkonsum macht Trevor wütend, vielleicht auch, weil er selbst vor einem Rätsel steht. Seit einem Jahr hat er nicht mehr geschlafen und sein Gewicht reduziert sich fortwährend, obwohl er mehr als ausreichend isst.

Der Zenit scheint überschritten, als es in der Fabrik zu einem folgenschweren Unfall kommt. Bei der Wartung einer Maschine gibt Trevor einem Kollegen Hilfestellung. Doch durch einen neuen Mitarbeiter, den Trevor kürzlich kennen gelernt hat, wird Trevor bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe abgelenkt und betätigt einen falschen Schalter. Unaufhaltsam wird der Arm seines Kumpels in die Maschine gezerrt und letztendlich abgetrennt. Der neue Kollege ist daraufhin verschwunden und niemand will diesen Mann gekannt oder gar gesehen haben. Folglich machen sich Verschwörungsgedanken und Verfolgungswahn bei Trevor breit. Als er in seiner Küche kryptische Notizen auf gelben Zetteln findet, fühlt sich der Geschundene in seinen Vermutungen bestätigt und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen und den Alptraum im Wachzustand zu beenden.



KRITIK

Trevors FreundinWer Brad Andersons "Der Maschinist" gesehen hat, kommt nicht umhin, an David Lynch zu denken. Dessen oftmals düsteren und paranoid wirkenden Werke, allen voran "Mulholland Drive" und "Lost Highway", entführen den Zuschauer ebenfalls in eine absurde Welt voller Geheimnisse und Gruselerlebnisse. Genau diese Idee haben auch die Filmemacher von "Der Maschinist" verfolgt. Doch zur Freude des Publikums bekommt es, im Gegensatz zu vielen Lynch-Filmen, die Antwort auf die vielen Fragen am Ende des Streifens geliefert und der "ach so"-Effekt tritt ein, sodass man den Streifen am liebsten gleich noch einmal sehen möchte, um entsprechende Hinweise zu erkennen.

Drehbuchautor Scott Korsar hat reichlich Überlegungen angestellt, wie man Trevor alias Christian Bale so mager erscheinen lassen könne, wie es die Rolle erfordert. Doch um Authentizität und Glaubwürdigkeit zu erhalten, ließ man von entsprechenden Tricks ab und der ohnehin nicht besonders dicke Bale hungerte sich über 30 Kilo vom Leib. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der künftige Batman-Star wirkt furchteinflößend und gleichzeitig bemitleidenswert in dieser knochigen Gestalt. Wer Christian Bale beispielsweise als Hauptsteller aus "American Psycho" kennt, wird keinerlei Ähnlich feststellen können. Eine Rolle als Häftling in "Schindlers Liste" wäre Christian Bale mit diesem Aussehen sicher gewesen.

Diese geistesabwesend wirkende Figur verliert sich mehr und mehr in der Wirklichkeit und so reflektiert der wirklichkeitsfremde Trevor die tiefen Abgründe der menschlichen Seele mit all ihren Schattenseiten, wie Trauer, Furcht und Schuldbewusstsein. Die Geschichte um die Offenbarung der menschlichen Psyche, die unbewusst vor der Realität flüchtet und die Grenzen zwischen Paranoia und tatsächlichen Ereignissen verwischen lässt, zieht das Publikum tief in seinen Bann. Tatsächlich wurde das Drehbuch aus einer Trauer heraus geschrieben, die Scott Korsar nach dem Tod seiner Mutter durchlebte. Seine Intention war es, einen subtilen Alptraum mit realen Alltagssituationen zu schaffen, der trotz seiner Absurdität eine gewisse Glaubwürdigkeit behält.



FAZIT

KnochenmannEin perfekt in Szene gesetzter Thriller, der mit einem entsprechend düsteren Soundtrack, bestehend aus Streichinstrumenten und einer Singenden Säge abgerundet wird. Die dunkel gehaltenen Schauplätze und der Blaufilter lassen Trevors Alptraum schnell zum eigenen werden. Nicht nur die faszinierende Geschichte fördert die Neugier nach Mehr, auch die großartigen Schauspieler lassen den Funken zum Publikum überspringen und machen so das Eintauchen in den Film mehr als leicht. Der richtige Stoff für Seelenforscher und jene, die ihre Nerven auf eine Belastungsprobe stellen möchten. Nicht umsonst erhielt der Film mehrere Auszeichnungen auf verschiedenen Film Festivals. Besonders auf dem spanischen Markt hat sich die spanisch-amerikanische Produktion hervorgetan und nun darf sie beweisen, dass sie auch dem deutschsprachigen Publikum ohne Einschränkungen würdig ist.

Von Lars Lehmann



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