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Ein Mann für eine Saison

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Original Titel
Fever Pitch

Kinostart
27.10.2005

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
FOX

Laufzeit
103 Minuten

Hauptdarsteller
Drew Barrymore
Jimmy Fallon
Jason Spevack
Jack Kehler




Das Kind hat Fieber

INHALT

Ein Mann für eine Saison Die Bücher des Kultautors Nick Hornby werden so oft verfilmt, dass er mit dem Schreiben gar nicht mehr nachkommt. Macht aber nichts. Da in Hollywood bekanntlich die Remakeritis grassiert, ist es kein Problem, den autobiografischen Hornby-Roman "Fever Pitch", der bereits 1997 Vorlage für einen Kinofilm war, noch ein zweites Mal zu verfilmen.

Es geht um eine Dreiecksbeziehung: Der anfangdreißigjährige Lehrer und Baseballfan Ben (bei Hornby ist er Fußballfan, aber für das amerikanische Remake wurde der FC Arsenal sinnvollerweise durch die Baseballmannschaft der Boston Red Socks ersetzt) ist hin und her gerissen zwischen der süßen Karrierefrau Lindsey und seinem geliebten Verein. Lindsey unterschätzt die Nebenwirkungen des Fandaseins ihres neuen Freundes zunächst gewaltig. Dass ihr Liebster, als sie neben ihm im Stadion von einem verirrten Baseball KO geschlagen wird, erst einmal ausgiebig den Punkt für seine Mannschaft bejubelt, ehe er sich ihr zuwendet, kriegt sie ja zum Glück nicht mit. Aber, dass es ihn in schwere Depressionen stürzt, seinem Verein bei einem historischen Sieg nur wegen einer Liebesnacht mit Lindsey untreu geworden zu sein, empfindet sie als sehr verletzend. Es folgt die bittere Erkenntnis: Ben taugt nur als ein Mann für die Winterpause. Doch er ist bereit ein gewaltiges Opfer zu bringen, um ihre Liebe zurückzugewinnen.



KRITIK

Ein Mann für eine Saison Es gibt Geheimnisse, die man vielleicht gar nicht versuchen sollte zu lüften. Zum Beispiel dieses: Wie schaffen es die Brüder Peter und Bobby Farrelly ("Dumm und Dümmer", "Verrückt nach Mary", "Ich beide und sie"), ihre immer gleich gestrickten blöden Scherze, so zu inszenieren, dass man nicht nur darüber lacht, sondern sie auch noch als charmant empfindet? Sie können es halt einfach. Zu subjektiv? Na gut, ein unzureichender und etwas abgehobener Erklärungsversuch: Die Figuren in einem Farrelly-Film sind einmalig. Sie sind klischeehaft, aber mit kleinen Widerhaken und ansonsten bis ins Detail so überzogen, dass sie schon wieder echt wirken. Und sie sind auf eine kindliche Weise eigentlich alle ganz, ganz lieb, obwohl sie es uneigentlich häufig nicht sind. Wenn sie Opfer eines dieser fiesen Scherze werden, lacht man sie aus und empfindet gleichzeitig Mitleid und Zuneigung für sie. Das eigene Lachen ist nur ein ganz klein bisschen fies und fühlt sich angenehm unschuldig an. Der Sadismus darin wird von den zuvorkommenden Farrelly Brüdern irgendwie in Watte gepackt.

Drew Barrymore ist die Karrierefrau Lindsey - ganz ohne die eigentlich zum Klischee gehörende Gefühlskälte. Der ziemlich unbekannte Jimmy Fallon ist Lehrer Ben, der sich schon einmal auf der Flucht vor seinen Kollegen hinter den Schülern versteckt. Sie spielen ihre ungeheuer naiven Farrelly-Charaktere großartig. Die forcierte Kindlichkeit steht allerdings der erotischen Spannung im Weg. Dass die nicht aufkommt, liegt am Konzept, nicht an schauspielerischem Unvermögen. Offensichtlicher Nachteil: Eine funkensprühende Liebesgeschichte lässt sich so nicht darstellen. Vorteil: Bei den meisten romantischen Komödien geht das eh daneben, und hier hat der Zuschauer wenigstens zwei Hauptfiguren, die er knuddeln könnte.

Über den Aufbau der Story muss man bis auf die Warnung, dass sie mit der Romanvorlage äußerst frei umgeht, nicht viele Worte verlieren. Genregemäß geht es immer hin und her zwischen diesmal wirklich letzter Chance und nächster Katastrophe. Das ist kein Feuerwerk des schrägen Humors wie "Verrückt nach Mary" und will es auch gar nicht sein. Aber es ist leichthändig inszeniert, und der Rhythmus stimmt.

Natürlich, wer will, kann dem Film vorwerfen, dass er nur eine harmlose Komödie ist, denn etwas mehr wäre bei dem Thema drin gewesen. Nick Hornby ist ein Fußballfan. Von Peter und Bobby Farrelly muss man annehmen, dass sie sich nicht sonderlich für Sport interessieren. Obwohl teilweise während des regulären Spielbetriebs im echten Stadion gedreht wurde, die Stimmung also eigentlich rüberkommen müsste, sind die Baseballszenen ein Totalausfall. Die Sportart ist einem nach dem Film genauso egal wie vorher. Und das bei einem Stoff, der uns eigentlich die Fieberkurve eines echten Fans miterleben lassen sollte. Hornbys Roman versucht wirklich einen Einblick in das Fühlen eines Fußballfans zu geben, die Farrelly-Brüder blicken als Regisseure mit der gleichen Toleranz und liebevollen Verständnislosigkeit auf den armen Irren Ben wie Lindsey im Film. Ben hat wohl Fieber, aber wir fiebern nicht mit.



FAZIT

Ein Mann für eine Saison Eine nette romantische Komödie mit zwei Hauptdarstellern zum Knuddeln. Sehr brav das alles, aber charmant. Hornby-Freunde dürften sich etwas mehr erhofft haben und vor allem enttäuscht sein, wie überraschend uninteressiert der Film am eigentlichen Thema des Romans ist: der Innenwelt eines echten Fans. Immerhin werden sie mit einem sehr schönen Soundtrack entschädigt. Das ist schon in Ordnung.



Von Martin Thoma



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