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Mission Impossible III

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Kinostart
04.05.2006

Genre
Action

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Jeffrey Abrams

Autor
Jeffrey Abrams/ Roberto Orci/ Alex Kurtzman

Laufzeit
126 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Tom Cruise
Philip Seymour Hoffman
Ving Rhames
Billy Crudup
Michelle Monaghan




Altbacken und doch aufregend: Missionarsstellung mit Tom Cruise

INHALT

Mission Impossible III Superagent Ethan Hunt (Tom Cruise, "Krieg der Welten", "Minority Report") lädt zum dritten Stelldichein auf der Kinoleinwand. Mittlerweile hat er sich aus dem aktiven Agentendasein verabschiedet und verdient seine Brötchen als Ausbilder bei der IMF (Impossible Mission Force). Zur großen Enttäuschung der Frauenwelt ist Hunt fest mit seiner großen Liebe Julia (Michelle Monaghan, "Kiss Kiss Bang Bang") liiert und genießt die häusliche Idylle mit ihr. Erst das Verschwinden einer seiner Schützlinge aus dem Ausbildungsprogramm kann Hunt aus der Reserve locken. Zusammen mit seinem Team bricht er auf, um die angehende Agentin Lindsey Ferris (Kerri Russell) zu retten. Doch die Rettungsmission endet in einer Katastrophe: Lindsey stirbt.

Als die IMF sich daran macht, den Hintergrund der Tragödie auszuleuchten, stößt sie auf den Waffenhändler Owen Davian (Philip Seymour Hoffman, "Capote"). Hunt wird samt Agententeam darauf angesetzt, den Oberschurken zu entführen. Doch der einflussreiche Bösewicht bleibt nicht lange in den Händen der IMF. Mithilfe eines Fluchthelferkommandos macht sich Davian schon bald vom Acker und läutet seinerseits einen Rachefeldzug gegen Hunt und die IMF ein. Julia muss dabei als Geisel herhalten.



KRITIK

Mission Impossible III Die "Mission: Impossible"-Reihe, die es bisher auf drei Teile bringt, zieht sich nun schon über ein Jahrzehnt hin. 1996 verkörperte Tom Cruise das erste Mal den Spion Ethan Hunt und daran hat sich bis heute nichts geändert. Dabei ist es kein Geheimnis, dass schon die von John Woo inszenierte Fortsetzung "Mission Impossible 2" leidlich dem Original hinterherhinkte und der Anforderung, zu einem Actionklassiker wie sein Vorgänger zu mutieren, nicht gerecht wurde. "Mission Impossible 3", pardon "M:I:III", wie die kryptomanischen Macher ihr Werk in der Hoffnung auf Kultfilmpotenzial nennen, hatte bereits in den frühen Etappen seiner Entstehung mit allerlei Widrigkeiten zu kämpfen. Tom Cruise, der neben Paula Wagner als Produzent in Erscheinung trat, konnte partout keinen Regisseur finden. David Fincher ("Fight Club") kam, sah und – schmiss das Handtuch. Das nachfolgende Regie-Intermezzo Joe Carnahans war so kurz, dass selbst John Woos Zeitlupenkunst Mühe gehabt hätte, die Anwesenheit des "Narc"-Regisseurs zu registrieren. Statt sich weiter um Regiestuhl-Kompetenz aus dem Filmbusiness zu bemühen, engagierte Cruise dann J. J. Abrams, der als Fernsehregisseur für die Serien "Lost" und "Alias" verantwortlich ist. Der konnte angesichts dieser Karrierechance schlecht Nein sagen.

Während Fincher und Carnahan aus bisher totgeschwiegenen Gründen das Projekt "M:I:III" verließen, gelang es Abrams einen Konsens mit dem Hauptdarsteller-Produzenten Cruise zu erreichen. Der Regisseur habe sogar, so munkelt man in Hollywood, den Superstar dazu überreden können, einige Figuren und Szenen zu streichen, die Cruise eigentlich für seine Selbstinszenierung erdacht hatte. Auf Originalität, wie sie Abrams in seinen TV-Serien an den Tag legt, hofft man jedoch vergebens.

Eine Annäherung an den so erfolgreichen ersten Teil der "Mission: Impossible"-Reihe gibt es dennoch. So rückt zum Beispiel die Rolle des Agententeams um Hunt wieder in den Vordergrund. Der Teamgeist ist eines der wenigen Überbleibsel der beliebten TV-Serie aus den Sechzigern, auf der "Mission: Impossible" basiert. Abrams, selbsternannter Fan der Serie, überträgt dieses Konzept in abgeschwächter Form auch auf "M:I:III" und verschafft Hunts Kollegen so viel wie nötig und so wenig wie möglich Profil: Luther Strickell (Ving Rhames) ist das afroamerikanische Computergenie, Declan (Jonathan Rhys Meyers) der Meister der Verkleidung und die hübsche Zhen (Maggie Q.) arbeitet vorzugsweise im Hintergrund. Hunt ist selbstredend der Häuptling des Spiongeschwaders. Als Held zeichnet er sich durch seine Menschlichkeit aus. Er beredet sein Liebesleben offen mit den Teammitgliedern, darf Fehler machen, Angst haben und Sturzbäche weinen. Seine Mission ist an erster Stelle, seine Angetraute und das Familienglück zu retten – und die Welt, sollte es sich ergeben.

Mission Impossible III Den Actionbedarf eines "Mission: Impossible"-Fans deckt "M:I:III" trotz ausgeprägter Gefühlsduseleien mühelos. Es kracht und scheppert gewaltig. Das explosive Agentenleben vollzieht sich im Speedboat, in Hubschraubern und schnellen Flitzern. Gedreht wurde u.a. in Berlin, Rom und Shanghai. Das bombastische Filmbudget wäre somit gerechtfertigt. Weniger begründet ist das Fehlen von innovativen Umsetzungsideen für die Actionszenarios. Splitterndes Glas, detonierende Autos und Rumhängen an chinesischen Wolkenkratzern gehören zum kleinen Stunteinmaleins und sind alles, nur nicht einzigartig. Im Gegenteil, sogar die Abseilnummer von 1996 erhält eine originalgetreue Neuauflage im Vatikan.

Einzigartig und unnachahmlich ist dafür aber Philip Seymour Hoffmans Auftritt als sadistischer Halunke Davian. Der Oscarpreisträger bleibt zwar bei seinem Actionfilmdebut hoffnungslos unterfordert, aber er glänzt trotzdem in seiner Rolle, die ihm übrigens auch das Privileg vorbehält, Ethan Hunt alias Tom Cruise vor der gekidnappten Julia an einen Stuhl zu fesseln. Vor Hunts Augen hält er eine Knarre an Julias Kopf und droht, sie zu erschießen, sollte er nicht bekommen, was er verlangt. So viel verrät schon das vorgreifende Intro zu Beginn des Films, das Spannung schaffen soll. Dass die Spannung gegen Ende des Streifens verpufft, ist dann ja auch nicht zu viel verraten.

Dass "M:I:III" einer der größten Kassenschlager 2006 sein wird, garantieren das Genre und der Hauptdarsteller des Films. Tom Cruise ist ein wahrer Publicity-Magnet, allerdings ist sein Image momentan leicht lädiert. Ausgerechnet als das "Mission: Impossible"-Konzept dazu tendiert, den Helden als Privatperson darzustellen, macht sich Privatmensch und Scientology-Missionar Cruise in der Öffentlichkeit unbeliebt. Man hat fast schon das Gefühl, als habe der Actionheldpygmäe den Gipfel seiner Karriere vor zehn Jahren als Ethan Hunt erklommen und weigere sich seitdem anspruchsvollere Projekte anzupacken.



FAZIT

Mission Impossible III "M:I:III" ist ein guter Actionfilm, der sich ein wenig auf den Ursprung von "Mission: Impossible" besinnt, der die Formel für Langzeiterfolg eigentlich schon vor Jahren vorgab. Die "Summe aller Superlativen", wie ihn die Promo-Presse im Vorfeld der Weltpremiere von "M:I:III" vollmündig beschrieb, ist der Cruise-Streifen nicht. Dazu fehlt es ihm an Innovation. Das Genre des Actionfilms braucht offenbar dringend ein paar neue Perspektiven, die dem immer gleichen Actionalltagstrott ein Ende bereiten. Bis dahin lässt es sich mit "M:I:III" ganz gut leben.

Von Therese Hopfmann



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