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Das Omen

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Original Titel
The Omen

Kinostart
06.06.2006

Genre
Horror

Erscheinungsjahr
2006

Land
USA

Verleih
Fox

Regie
John H. Moore

Autor
Dan McDermott

Laufzeit
108 Minuten

Hauptdarsteller
Liev Schreiber
Julia Stiles
Mia Farrow
David Thewlis




Kleiner Satansbraten

INHALT

Das Omen Der hochrangige amerikanische Diplomat Robert Thorn (Liev Schreiber) hat Sorgen, die man wohl niemandem wünscht. Seine Frau Kathryn (Julia Stiles) hat gerade eine schwere Geburt hinter sich gebracht und ahnt noch nicht, dass ihr Kind bei der Geburt gestorben ist. Der Priester des Krankenhauses überredet Thorn, ein anderes Kind anzunehmen, das in der gleichen Nacht geboren wurde, dessen Mutter aber bei der Geburt gestorben ist – Kathryn soll die Wahrheit nie erfahren. Das Paar nennt ihren Sohn Damien und zieht ihn als ihr eigenes Kind auf.

Thorn macht Karriere und wird als US-Botschafter nach Großbritannien geschickt. Dort lässt sich die Familie auf einem Landsitz in der Nähe von London nieder, wo es jedoch immer wieder zu verstörenden Zwischenfälllen kommt, die sich alle um den mittlerweile fünfjährigen Damien (Seamus Davey-Fitzpatrick) drehen. Nur das neue Kindermädchen Mrs. Baylock (Mia Farrow) scheint eine echte Beziehung zu Damien aufbauen zu können. Nach einer weiteren Tragödie erkennt Thorn langsam die Wahrheit: Damien ist kein gewöhnlicher junger, sondern der seit langem prophezeite Antichrist.



KRITIK

Es nimmt einfach kein Ende. Remakes von Horror-Klassikern sind um einiges leichter zu produzieren als die Verfilmung eines neuen Stoffes und so steht uns jetzt die nächste Neuauflage dieses boomenden Genres bevor. Diesmal handelt es sich bei der Vorlage jedoch nicht um einen Kult-Schocker der Marke Wes Craven, sondern um einen der besten Horror-Thriller überhaupt. Der 1976 produzierte "The Omen" – Regie führte Richard Donner ("Lethal Weapon") – ist ein zeitloser Gruselfilm mit tollen Darstellern, nervenaufreibenden Szenen und einer spannenden Geschichte, die auf mehreren Ebenen funktioniert. Nehmen wir das Fazit also vorweg: Das Remake, das Fox jetzt in die Kinos bringt, ist keinesfalls missglückt, kann es aber auf bei weitem nicht mit dem Original aufnehmen.

Das Omen Für die neue Version wurde weitestgehend das Original-Drehbuch von David Seltzer benutzt, an den Dialogen veränderten die Filmemacher rund um Regisseur John Moore ("Der Flug des Phoenix") kaum etwas. Die Geschichte wurde natürlich auf den Stand der Zeit gebracht, so interpretiert ein katholisches Konsortium in der Eröffnungs-Sequenz die Anschläge des 11. September und den Absturz der Columbia als Zeichen für die baldige Ankunft des Antichristen. Die beiden Hauptdarsteller, die das bemitleidenswerte Paar darstellen, sind in der heutigen Fassung sowohl bedeutend jünger als auch bedeutend blasser als im Original: Liev Schreiber spielt den scheinbar ruhigen Diplomaten zwar sehr versiert, kann seine Figur aber nicht so vielseitig darstellen, wie es 1976 dem großartigen Gregory Peck gelungen ist. Julia Stiles bleibt farblos, auch wenn ihr die etwas reifere Rolle gut zu Gesicht steht. Zurecht wirbt das "Omen 2006" dagegen mit der Rückkehr von Mia Farrow auf die Leinwand – nach vier Jahren ohne Kino-Auftritt überzeugt die einstige Muse Woody Allens ("Rosemary’s Baby") hier als zwielichtiges Kindermädchen.

Auch die Inszenierung wurde von John Morre deutlich modernisiert und hier liegt das größte Problem des Films: Die mittlerweile viel anspruchsvolleren Horror-Fans werden mit kleinen Schock-Momenten in den Träumen der Protagonisten befriedigt, die Todesfälle wurden mit allerlei filmischen Tricks aufgepeppt und am Computer nachbearbeitet. Der subtile Spannungsaufbau des Originals bleibt dabei auf der Strecke. Vor allem den Todesfällen wird durch die überambitionierte Inszenierung die erschreckende Unmittelbarkeit genommen, die im Original noch für echte Grusel-Atmosphäre sorgte. Viel weniger gruselig ist auch der kleine Damien selbst, der im Remake deutlich zu viel Grimassen schneidet, die beim Zuschauer eher für ein Schmunzeln als für einen Schauer sorgen.

Einem Vergleich mit dem Original hält "The Omen" also nicht stand, den Vergleich mit heutigen Genre-Vertretern muss es dagegen nicht scheuen. Der Film überzeugt durch seine Abgrenzung zu den Horror-Filmen der letzten Zeit: Hier werden keine Teenager vom Terror heimgesucht, sondern stark gezeichnete Charaktere. Außerdem verzichtet Moore auf wirklich übertriebene Gewaltdarstellung, was Fans von "Hostel" und Co wohl nicht begeistern wird, aber viel besser zur Story passt. Diese Geschichte kann man übrigens leicht als biblisches Hirngespinst abtun, sollte dabei ihre Funktion als politische Parabel jedoch nicht unterschätzen. Seltzers Original-Drehbuch stand unter dem Eindruck des gerade beendeten Vietnam-Krieges und prangert deutlich die politische Klasse an. Mit einer falschen Entscheidung holt sich der Politiker Thorn "das Böse" ins Haus und schleift es mit sich die Karriereleiter hinauf. Kein Zufall, dass Damien schlussendlich beim Präsidenten selbst landet. Der Zeitpunkt eines Remakes ist tatsächlich ausgesprochen passend gewählt.



FAZIT

"Das Omen" überzeugt als solider Horror-Thriller, der seine Stärken endlich einmal aus der Geschichte und den Charakteren zieht und nicht versucht, neue Maßstäbe in der Gewaltdarstellung zu setzen. Wirklich gruselige Atmosphäre kommt dennoch nicht auf, was zum einem an der Darstellung des Teufelssohnes selbst liegt, zum anderen an der etwas zu modern geratenen Inszenierung. Man macht nichts falsch mit diesem Film, anstelle des Kino-Besuches könnte man aber ebenso gut einen Abstecher in die nächste Videothek machen und sich das Original ansehen. Das ist billiger und bietet bessere Unterhaltung.

Von Till Kadritzke



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