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Sind wir schon da?

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Original Titel
Are We There Yet?

Kinostart
10.02.2005

Genre
Komödie

Land
USA

Verleih
Sony Pictures

Regie
Brian Levant

Autor
Steven Gary Banks / Claudia Grazioso

Laufzeit
94 Minuten

FSK
ab 6 Jahren

Hauptdarsteller
Ice Cube
Nia Long
Aleisha Allen
Philip Daniel Bolden
Nichelle Nichols




Schlimmer kann's nicht werden

INHALT

Road TripEr ist sein Stolz, sein Ein und Alles: Ein pechschwarzer Lincoln Navigator - das brandneue Auto von Playboy Nick (Ice Cube). Der Wagen wird gehegt und gepflegt und erntet bewundernde Blicke aller Passanten. Doch ein Auto ist nicht alles im Leben, und so hält Nick unaufhörlich Ausschau nach einem Weibchen, das sein Leben komplettiert. Ansonsten immer auf kurze Affären - ganz im Sinne des Playboy-Klischees - bedacht, hat sich Nick diesmal auf den ersten Blick in die attraktive und alleinerziehende Suzanne (Nia Long) verliebt. Allerdings hat er die Rechnung ohne Suzannes Kinder gemacht.

Denen ist kein Mann gut genug, um ihn als neuen Vater zu akzeptieren. So ist den beiden Quälgeistern Kevin (Philip Daniel Bolden) und Lindsey (Aleisha Allen) anscheinend jedes Mittel recht, um Verehrern ihrer Mutter das Leben schwer zu machen. Diese schmerzliche Erfahrung müssen auch Nick und sein geliebtes Auto machen, als sie sich mit Suzannes Kindern auf den 300 Meilen-Weg nach Vancouver befinden. Ziel dieser Aktion: Die vielbeschäftigte Mutter hängt beruflich in der kanadischen Metropole fest und vermisst ihre Kleinen. Für Nick gibt es also kaum eine bessere Gelegenheit, sich mit diesem Liebesdienst Zugang zu Suzannes Herzen zu verschaffen - wären da bloß nicht die Gören. Denn sie lassen die Fahrt zu einem wahren Alptraum werden...



KRITIK

HassliebeSchon die erste Szene des Films erinnert augenscheinlich an "Kevin allein zu Haus". Ebenso wie Suzannes Kinder, brachte auch Kevin so manchen Widersacher mit kleinen Murmeln und Spielzeugautos zu Fall. Aber auch im weiteren Verlauf macht die Komödie keinerlei Anstalten, mit wirklich Neuem aufzuwarten. Sprichwörtliches Lustobjekt ist und bleibt der teuer anmutende Geländewagen von Nick. Der fahrbare Untersatz wird mehr oder weniger absichtlich von den beiden Kids malträtiert und die resultierende Schadenfreude des Publikums soll so zum Lachen anregen; was hin und wieder sogar gelingt. Der Film basiert weniger auf Wortwitz, ja nicht einmal auf guter Slapstick, sondern vielmehr auf der Zerstörungswut ungezogener Kinder.

Was bei "Kevin allein zu Haus" noch legitim war - schließlich musste sich Kevin gegen Einbrecher wehren - gerät in "Sind wir schon da?" zu einer Farce. Nick ist den Kindern gegenüber immer aufrichtig und zuvorkommend, obwohl sie ihm permanent übel zusetzten. Unverständlich und geradezu grotesk erscheint die Szene, in der sich Nick zu allem Überfluss bei den Kindern, für was auch immer, entschuldigt. Selbst der größte Kinderliebhaber dürfte von den Kids, die nicht selten kleinen Monster gleichkommen, die Nase gestrichen voll haben. Wer sie am Ende gar liebt, hat eindeutig einen Hang zum Masochismus. Auch wenn es sich um eine Komödie handelt, darf der Zuschauer doch ein Mindestmaß an Schlüssigkeit erwarten. Davon fehlt jedoch in diesem Streifen jede Spur. Zu künstlich wirkt die scheinbar an den Haaren herbeigezogene Handlung, die unverholen darauf abzielt, Nick zur Freude des Publikums eine auszuwischen.

Trotz oder gerade wegen dieser offensichtlichen Schlichtheit kletterte "Sind wir schon da?" auf Platz eins in den US-Kinocharts. Doch dass Erfolg nicht immer mit Qualität gleichzusetzen ist, weiß man spätestens seit der einschlägigen Talent-Shows im Fernsehen. So hat man de West Coast Rapper Ice Cube mit Sicherheit schon in besseren Werken gesehen, allen voran an der Seite von George Clooney in "Three Kings". Eine gut gemeinte Idee, den Rapper in seinem aktuellen Film in eine Vaterrolle zu stecken und so das Publikum zu Überraschen, ist am eigenen Konzept gescheitert. Ist doch eigentlich nicht Ice Cube respektive Nick der Böse, sondern seine kleinen Widersacher.

Witzig und fast subtil ist die Darstellung von Nicks Gewissen in Form einer Armaturenbrettfigur in seinem Lincoln. Per Computeranimation zum Leben erweckt, kommuniziert die Wackelfigur regelmäßig mit Nick und gibt ihm Ratschläge in brenzligen Situationen. Auf diese Weise erhält Nick, der sich ja ganz auf sich allein gestellt mit den Kindern abplagen muss, einen adäquaten Gesprächspartner - oder, um es anders auszudrücken, einen zweiten Erwachsenen im Auto. Ein kleines Highlight für Star Trek-Fans ist der Auftritt von Nichelle Nichols, besser bekannt als Lt. Uhura vom Raumschiff Enterprise. Schon etwas in die Tage gekommen, aber keineswegs etwas von ihrem Charme verloren, mimt Nichols die Babysitterin von Kevin und Lindsey.



FAZIT

Liebe macht blindEs gab schon deutlich witzigere Komödien, aber auch schlechtere. Wer sich mit einer äußerst simplen und nicht wirklich sinnigen Story zufrieden geben kann und sich zudem leicht durch Schadenfreude zu belustigen weiß, kann "Sind wir schon da?" durchaus etwas abgewinnen. Für mehr oder minder gute Unterhaltung ist also gesorgt. Allerdings kann man damit getrost warten, bis der Streifen auf DVD erscheint, denn den Kauf einer Kinokarte haben zur Zeit ganz andere Filme verdient. Oder um es mit einem Filmzitat zu beschließen (Nick im Auto): "Schlimmer kann's nicht werden".

Von Lars Lehmann



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