Anzeige
MPeX.net Suche
Home Page : Movies : Thank You for Smoking

Thank You for Smoking

» Links zum Artikel
Kinostart
31.08.2006

Genre
Komödie

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
FOX

Regie
Jason Reitman

Autor
Jason Reitman

Laufzeit
92 Minuten

FSK
ab 12 Jahren

Hauptdarsteller
Aaron Eckhart
Maria Bello
Cameron Bright
Adam Brody




Im blauen Dunst der Tabakindustrie

INHALT

Thank You For Smoking Nick Naylor (Aaron Eckhart, „Erin Brockovich“) hat einen der wohl unbeliebtesten Jobs der modernen Welt. Er ist allerdings weder Müllmann noch Kloputzer. Er ist PR-Mann für Big Tobacco, dem Bund der amerikanischen Tabakindustrie. Seine Aufgabe: Öffentlich den Ruf der gesundheitsgefährdenden Glimmstängel retten. Naylor muss sich neben Lungenkrebsopfern durch Talkshows lächeln, auf Pressekonferenzen Statistiken schönen und sich nebenbei noch darum bemühen, den Rauchernachwuchs zu sichern.

Der neueste Coup des verpönten Berufsschwätzers, Hollywood-Produzenten dazu zu animieren, die lukrative Pafferei in hochkarätige Kinofilme einzuarbeiten, soll Naylors Karriere in eine neue Umlaufbahn befördern. Doch die Kampagne des eifrigen Senators Finistirre (William H. Macy, „Seabiscuit“, „The Cooler“), der glaubt, seine Amtszeit in Vermont mithilfe einer Anti-Zigaretten-Aktion verlängern zu können, macht Naylor das Leben schwer. Zwar kann der Dackelblick-Senator selbst dem gewitzten PR-Experten kaum etwas anhaben, der Trubel um die Wahlkampfinitiative lockt jedoch die lästigen Aasgeier der Presse an. Die Reporterin Heather Holloway (Katie Holmes, „Batman Begins“) kommt dabei Naylors Privatleben gefährlich nahe und entlockt ihm u.a. Informationen über seine wackelige Beziehung zu seinem Sohn (Cameron Bright, „Birth“, „Running Scared“), die durch seine Pro-Tabak-Arbeit stark gestört wird.



KRITIK

Thank You For Smoking Was denn, Sie glauben der Marlboro-Mann sei schon längst tot? Von Raucherbein und Lungenkrebs dahingerafft und ehrlos von Tabakindustriefunktionären im Präriesand verscharrt? Von wegen! In „Thank You for Smoking“ ist der Original-Cowboy quicklebendig - noch dazu rauchfrei – und sitzt Big Tobacco unangenehm im Nacken. Auf ihn ist kein Verlass, längst hat er aus gesundheitlichen Gründen der Quarzerei abgeschworen, er würde sich schnurstracks an die Presse wenden und gegen seinen alten Arbeitgeber aussagen. Wäre da nicht Nick Naylor, der dem alten Cowboy geschickterweise einen Batzen Schmiergeld andrehen kann. Problem gelöst, Image-Desaster verhindert. Doch damit ist der Satirezenit von Jason Reitmans bitterböser Satire „Thank You for Smoking“ noch längst nicht erreicht.

„Thank You for Smoking“ wimmelt nur so von skurrilen Charakteren. Angefangen bei den verhassten „M.O.D.“, den „Merchants of Death“, zu denen neben den Lobbyisten der Waffen- und Alkoholindustrie auch Tabakrepräsentant Naylor zählt, bis zu dem übergeschnappten Hollywood-Filmguru Megall - die verschiedenen Typen machen einfach Spaß. Verschont wird bei der humorigen Veräppelung des amerikanischen Gesundheitswahns und der irrwitzigen PR-Kultur niemand. Weder Katie Holmes als ambitionierte Journalistin Holloway, deren Exklusivreportage Naylors gewissenlose Karriere zugrunde zu richten droht, noch Naylors Sohn Joey entgehen dem spitzen Zynismus des Films.

Thank You For Smoking Christopher Buckley, der Autor der gleichnamigen Romanvorlage des Films, erschuf mit Nick Naylor ein satirisches Meisterwerk von einem Protagonisten. Für die Leinwandadaption war Aaron Eckhardt die perfekte Besetzung. Der glatt rasierte All-American-Schönling verkörpert den arroganten Naylor mit all seiner Ambivalenz und bringt den Zuschauer damit in eine Zwickmühle: Man muss das charmante Ekelpaket einfach gern haben, aber ist das noch moralisch vertretbar? Schließlich verkauft er den Menschen den Tod auf Raten ohne mit der Wimper zu zucken. Reitman schafft es trotzdem, Naylor schnell zum Sympathieträger seines Films zu machen, dem man nichts wirklich übel nehmen kann.

Ähnlich zwiespältig ist dann auch der Ausklang von „Thank You for Smoking“. Die vermeintliche Satire wird gegen Ende des Films immer versöhnlicher. Es folgt kein großer Knall zum Abschied, kein sarkastisches Hasta la vista, das dem Zuschauer ein grimmiges Lächeln auf die Lippen zaubert. „Thank You for Smoking“ verabschiedet sich mit der Einsicht, weder die Mächtigen der Politik noch die der Tabakindustrie wirklich angreifen zu wollen und trollt sich nach einem herrlich bösen Start fast schon friedfertig. Tabakkartell und Senatoren, solche Feinde sind wohl eine Nummer zu groß für das katzbuckelnde Hollywood. Dem Spaß tut das dennoch keinen Abbruch.



FAZIT

Thank You For Smoking Das Rauchverbot in öffentlichen Räumen kommt. Die Tabakindustrie gibt sich in Deutschland bis jetzt gelassen. „Thank You for Smoking“ zeigt, was vielleicht wirklich hinter den Kulissen des Zigarettensyndikats vor sich geht. Der Film zeigt, wie aberwitzig und verbissen die Vermarktung eines Produkts, das nachweislich schädlich für seine Konsumenten ist, geworden ist und wer genau davon profitiert. Sarkasmus kann so schön sein!

Von Therese Hopfmann



LINKS
» Filme bei Amazon.de
» Homepage zum Film


« Zurück zur Übersicht

Anzeige
Copyright © 2017 MPeX.net GmbH       Impressum       Verzicht       Suche Hosting by mpex