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Ring 2

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Original Titel
The Ring 2

Kinostart
31.03.2005

Genre
Horror

Erscheinungsjahr
2005

Land
USA

Verleih
UIP

Regie
Hideo Nakata

Autor
Ehren Kruger

Laufzeit
111 Minuten

Hauptdarsteller
Naomi Watts
David Dorfman
Simon Baker
Kelly Stables




Noch einmal sieben Tage

INHALT

XXX Sechs Monate ist es nun her, als Rachel (Naomi Watts) und ihr Sohn Aidan (David Dorfman) dem Geheimnis auf die Schliche kamen, wie dem sicheren Tod durch das geheimnisvolle Videoband zu entrinnen ist. Bis dahin starben viele Menschen auf unerklärliche und grausame Weise - sieben Tage nachdem sie sich den Inhalt der sagenumwogenen und nicht minder gefährlichen Videobotschaft ansahen. Wer jedoch eine Kopie dieser Cassette erstellt und diese dann weitergibt, hat normalerweise gute Überlebenschancen. Normalerweise.

Rachel und Aidan wohnen nun weit entfernt ihrer eigentlichen Heimatstadt Seattle, um möglichst viel Abstand zu den schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit zu gewinnen. Aber die neue Idylle währt nur kurz, wird sie doch von beunruhigenden Fernsehnachrichten jäh beendet. Ein Verbrechen ist unweit des Wohnortes der Kleinfamilie geschehen - ein Verbrechen mit Todesfolge. Eine unbeschriftete Videocassette spielt eine nicht ganz unwesentliche Rolle bei dieser Geschichte und Rachel weiß, dass sie mit ihrem Sohn den sprichwörtlichen Teufelskreis noch nicht verlassen hat.



KRITIK

XXX Der erste Teil von "Ring" lehrte dem Publikum vor knapp drei Jahren das Fürchten. Bis dahin bestanden Horrorfilme aus amerikanischer Produktion meist aus Splatter oder zumindest recht blutigen Ereignissen. Ganz anders verhält es sich in "Ring", bei dem vor allem eine gruselige Story gepaart mit schaurigen Bildern und Soundeffekten die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Gewalt oder gar Blut ist nicht sichtbar, vielmehr geben die furchtbar entstellten Gesichter der Toten Anlass zum Erschrecken. Ähnlich wie in "The Grudge - Der Fluch" wird auch in der "Ring"-Reihe mit dem Erscheinen von Geistern und deren Antlitz gespielt, wobei nach dem Motto "weniger ist mehr" viele Details der Phantasie des Zuschauers überlassen werden. Und nichts ist gruseliger und furchteinflößender als die eigene Phantasie.

Die Ähnlichkeit in Bezug auf Story und Umsetzung zu "The Grudge" kommt nicht von ungefähr, denn auch "Ring" hat eine japanische Originalversion zum Vorbild. Die Methode, die Menschen in Fernost zu erschrecken, scheint auch in Europa und Amerika zu funktionieren. Doch um auch der breiten Masse des westlichen Publikums den Stoff wirklich schmackhaft zu machen, mussten einige Veränderungen für eine Neuverfilmung her. Schauplätze, Darsteller und Story wurden dem hiesigen Geschmack angepasst und herausgekommen ist mit den Remake ein Horrorfilm, der das Original in Sachen Gruselfaktor um längen schlägt. Zusammen mit "The Grudge" darf "Ring" wohl als einer der guseligsten Filme überhaupt deklariert werden, der bis dato produziert wurde.

Folglich hat es eine Fortsetzung um so schwerer, die ohnehin schon hohen Erwartungen des Publikums noch zu übertreffen. Die unheimliche Geschichte um ein untotes Mädchen, was nach dessen "Ermordung" seinen Rachegelüsten an der Menschheit freien Lauf lässt, hat in "Ring 2" den mystischen Reiz verloren. Der Zuschauer ist seit dem ersten Teil bestens im Bilde, also muss die Geschichte einen neuen, überraschenderen Verlauf nehmen, um Wiederholungen zu vermeiden. Dem Charakter der kleinen bösen Samara wurde mehr Tiefe verliehen, wobei genauere Details über ihr grauenhaftes Schicksal bekannt werden. Allerdings ist diese Art der Aufklärung nur bedingt gelungen, eröffnen sich doch hier und da Widersprüche in der Storyline.

Die Spannung um das Mädchen im weißen Nachthemd ist also etwas genommen, stattdessen fokussiert sich die Handlung auf Sohn Aidan. Dieser wird wiederholt von David Dorfman gespielt, der - trotz seines geringen Alters - schauspielerisch vollkommen zu überzeugen weiß. Wenn Aidan alias David in "Ring 2" auf der Leinwand auftaucht, schnellt der Gruselfaktor rasant in die Höhe. Doch nicht nur an den Chrakteren wurde gefeilt, auch Spezialeffekte treten vermehrt und verbessert auf. Ob dies der eigentlichen Philosophie des Films entspricht, darüber mögen sich die Geister scheiden. Aber niemand sollte es besser wissen, als Regisseur Hideo Nakata selbst. Im Gegensatz zum Remake "Ring" führte der Japaner bei "Ring 2" persönlich Regie - wie bei der japanischen Original-"Ring"-Reihe auch schon. Fast könnte man meinen, Nakata selbst ist dafür verantwortlich, dass sein aktueller Film zwar immer noch ein netter Horrorstreifen ist, aber nicht mehr in der Lage zu sein scheint, die Leute wirklich vom Hocker zu reißen. Zumindest liegt diese Vermutung nahe, wenn man sich die Originalversionen zu Gemüte zieht.

Was mystische Stimmungen angeht, weiß vor allem der Soundtrack zu beeindrucken. Unter anderem vom deutschen Filmmusikkomponisten Hans Zimmer produziert, bilden stimmungsvolle dunkle Klänge die passende Untermalung zum Horrorambiente. Nicht nur klassische Instrumente kamen dabei zum Einsatz, sondern auch Schlagzeug und verzerrte Gitarren. Diese außergewöhnliche Symbiose lässt dieses markante Werk auch außerhalb des Kinosaals zu einem besonderen Hörerlebnis werden.



FAZIT

XXX Noch immer ist Naomi Watts zentraler Bestandteil und Hauptidentifikationsfigur des Streifens. Watts, die mit David Lynch's "Mulholland Drive" als Shootingstar gefeiert wurde und sich inzwischen ihre Rollen selbst aussuchen kann, mimt weiterhin glaubwürdig eine starke Mutter, die dennoch mit ihrer Angst zu kämpfen hat. Sie ist es auch, die neben zahlreichen Veränderungen die Konstante in "Ring 2" darstellt.

Im Vergleich zu anderen Filmen dieses Genres, weiß der Film noch immer mit viel Atmosphäre und Spannung aufzuwarten, aber das einstige Schockpotential ist deutlich geschrumpft. Gänsehaut-Feeling kommt allenfalls dann auf, wenn sich das Mädchen Samara mit ihren bizarren Bewegungsabläufen auf die Kamera zu bewegt - doch den erfahrenen "Ring"-Fan wird das eher kalt lassen. Sehenswert ist "Ring 2" jedoch allemal - wer den ersten Teil bereits gesehen hat, kann mit der Fortsetzung nicht viel falsch machen. Die Erwartungen dürfen jedoch im Vornherein nicht allzu hochgeschraubt werden, denn so wird der Streifen eher eine Enttäuschung. Die Voraussetzung, "Ring" schon zu kennen, sollte aber auf jeden Fall gegeben sein, denn Unwissende können sich mit Sicherheit nicht in den Stoff hineinversetzen; Langeweile könnte die Folge sein. Wer sich wirklich Erschrecken lassen möchte, sollte da besser auf "The Grudge - Der Fluch" zurückgreifen. Aber nicht vergessen: Noch sieben Tage...

Von Lars Lehmann



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