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Napstern für mindestens 4.95 Dollar

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29.05.2001 | Von Gregor Lawatscheck

Lange war es angekündigt, am 1. Juli soll es soweit sein: Napster soll zum bezahlten Abo-Service für Musikdownloads mit Kopierschutz werden. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins für Pädagogen und pseudo-intellektuelle (auch genannt "Der Spiegel") soll ein Abkommen zwischen Bertelsmann, EMI und AOL Time Warner getroffen worden sein, ihre Titel für eine Gebühr von 4.95 US-Dollar im Monat auf der Plattform Napster anzubieten.

Demnach sind drei der fünf großen Labels über den "MusicNet" getauften Zusammenschluss im Boot. MusicNet hat vor, neben Napster auch anderen interessierten Diensten die Möglichkeit zur Lizenzierung der Titel zu geben.

Nach Napster/Bertelsmann eigenen Angaben haben sich im Vorfeld bereits 400.000 freiwillige Tester für den Abo-Service gemeldet. Des weiteren zitiert Bertelsmann Umfragen, die besagen, dass 70% der Napster-Benutzer eine Gebühr für den Service zahlen würden. Webweite Umfragen stehen dem Ergebnis krass gegenüber: Hier liegt die Quote der bezahlwilligen Benutzer meist nur bei knapp 5%.

Unklar ist momentan noch - was und wie viel die Abonnenten für knapp 5 Dollar denn nun bekommen. Mit dem "was" ist sowohl die Titelauswahl, als auch das Format gemeint. Es ist anzunehmen, dass von den Titeln her eine breite Auswahl der drei beteiligten Plattenfirmen vorhanden sein wird - bis allerdings ein ausreichend großer Katalog online ist kann dies wohl noch über die Einführungsphase hinaus dauern.

Beim Dateiformat ist noch nicht viel klar - es soll soweit verschlüsselt sein, dass eine Weiterverwendung auf anderen Computern oder tragbaren MP3-Playern nicht möglich ist. Auch das Brennen der Musik auf CD soll nicht ohne weiteres möglich sein. Für solche Zusatzleistungen soll der Kunde extra zahlen - wieviel ist unklar. Weiter unklar sind der verwendete Codec und die Bitrate - also die Qualität der Musik, für die bezahlt werden soll.

Wie viel ist auch noch unklar. Bertelsmann schweigt sich bisher aus, ob für die 5 Dollar im Monat ein unbegrenzter Download möglich sein soll. Es wird aber von mindestens zwei Abo-Modellen gemunkelt - bei dem das erste für 5 Dollar auf eine Menge von Titeln pro Monat beschränkt sei, während ein zweites für den doppelten Preis tatsächlich unlimitiert sei.

Während die Betatester in Kürze genauer hinter die Kulissen des Bezahl-Napsters schauen werden, versucht Bertelsmann in der Zwischenzeit weitere Plattenfirmen - hauptsächlich wohl die wichtigeren unabhängigen (Indy) Labels - zum Aufsprung auf die Plattform zu bewegen.

Die anderen beiden anderen großen Firmen - namentlich Sony und Universal, verfolgen mit der noch unspezifizierten Plattform "Duet" gemeinsam andere Wege. So hat Universal kürzlich MP3.com und Emusic.com gekauft und wird diese beiden Sites wohl in Zukunft verstärkt zur Musikdistribution einsetzen. Ob die Titel aller fünf großen Labels jemals vereint bei Napster legal angeboten werden, hängt wohl im entscheidenden Maße vom Erfolg des Bezahl-Napsters ab - und so wie es aussieht, sind nicht gerade eben viele bisherige MP3-Benutzer von den Plänen begeistert.

Durch die Überplattformen MusicNet und Duet bedeutet das Scheitern einzelner Angebote nicht unbedingt das Scheitern der Musikdistribution als ganzes. Falls Napster seine Kunden nicht vom seinem Konzept überzeugen kann, wird wohl langfristig ein anderer Dienst bessere, überzeugendere Konditionen mit den beiden Plattformen aushandeln.

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