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Napster: Ein Kopf ab, vier nachgewachsen

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07.09.2001 | Von Gregor Lawatscheck

Die Freunde der Musikindustrie war groß: Napster wurde gerichtlich daniedergestreckt, zum Filtern gezwungen und wird seit einem halben Jahr mehr oder minder intensiv zu einem Bezahldienst umgebaut. Doch die bösen Internetbenutzer konnten nicht warten und sich brav jede CD kaufen, die interessant anmutete - sie sahen sich nach Alternativen um.

Mehr als 20 existieren und vier haben sich in den letzten Monaten als die Favoriten herauskristallisiert. Webnoize meldet, daß allein im August bei FastTrack (Morpehus / KaZaA / Grokster), Audiogalaxy, iMesh und Gnutella geschätze 3 Milliarden Musiktitel getauscht worden sind. Laut Wired.com sind das mehr Titel als jemals bei Napster in einem Monat über die Leitungen gingen. Zusätzlich zu Musik erlauben eine Vielzahl der neuen Tauschdienste auch andere Dateiformate wie Filme, Bilder und Software zu tauschen, was die Tragweite der Copyrightproblematik auch auf andere Branchen ausweitet.

FastTrack mit seinen angeschlossenen drei Tauschprogrammen hat sich dabei zum Favoriten gemausert: 910 Millionen Dateien, über eine halbe Million gleichzeitige User und ein ziemlich homogenes Netzwerk lassen das Netzwerk seit Beginn des Jahres pro Monat um 60% wachsen. IMesh soll schätzungsweise 640 Millionen Dateien im Angebot haben - gefolgt von Gnutella mit 530 Millionen. Napster selbst soll im Juni noch knapp 10 Millionen Besucher gehabt haben - wie viele davon das letzte Mal da waren ist unbekannt.

Audiogalaxy filtert einen Teil der Songs wahrscheinlich aus Angst vor rechtlichen Schritten bereits freiwillig heraus - iMesh ist zwar in Israel ansässig, vor einem Rechtsstreit wäre man trotzdem nicht sicher. FastTrack und die angeschlossenen Programme sind schon schwieriger auszumachen - falls aber einem findigen Rechtsanwalt der Musikindustrie einfiele die wichtigsten 30 Supernodes von MusicCity und KaZaA hochgehen zu lassen würde zumindest das Netzwerk ziemlich zerklüftet.

Ginge die Musikindustrie nach Herakles müßten die Wunden ausgebrannt werden, um das Biest zu besiegen. Doch es stellt sich die Frage, an welcher Stelle die Wunden eigentlich aufgeplatzt sind. Statt weitere Rechtsanwälte zu beschäftigen, um ein Katz- und Mausspiel mit den Kunden zu spielen, hat sich die Musikindustrie vielleicht nun dazu entschlossen Kräfte zu bündeln um endlich sinnvolle Konzepte zum fairen Musikvertrieb im Internet zu entwickeln. Auch wenn die ersten Versuche nicht besonders vielversprechend aussehen - beim zweiten Versuch klappts ja vielleicht.

Vielleicht spekuliert die Musikindustrie auch einfach auf den finanziellen Exitus des Großteils der Tauschdienste. Einige Internetquellen sprechen davon, daß zum Beispiel AIMster kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stehe. Morpheus, KazaA und Grokster versuchen sich durch massive Popups über Wasser zu halten - ob das auf Dauer die eigenen Supernodes finanzieren kann ist unklar. Lediglich Gnutella scheint, wenn auch als noch unkomfortabelste Plattform, gesichert zu sein.

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