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Aus Morpheus wird OpenSource Gnucleus

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02.03.2002 | Von Gregor Lawatscheck

Zum Wochende ist sie nun herausgekommen - die lang ewartete und nun aufgrund der aktuellen Umstände vorzeitig herausgegebene Morpheus 2.0 Preview Version (bekannt als 1.3.3.1). Bis auf ein paar Änderungen im Menü entspricht der neue Client dem OpenSource Gnutella Client Gnucleus. Gnucleus war die erste wirkliche OpenSource Nachbildung eines Windows Clients für Gnutella und ist seit mehr als einem Jahr in stetiger Entwicklung. Durch Lizenzierung unter der General Public License (GPL) ist es jedem erlaubt die Software abzuändern und neu herauszugeben, so lange dieses Recht zur offenen Weiterverbreitung auch in der veränderten Version garantiert wird. Genau das hat StreamCast mit ihrem neuen Morpheus Client gemacht.

Morpheus 1.3.3.1 Preview Edition Das hat einige Konsquenzen. Viele werden an dieser Stelle bemerken, daß es sich beim neuen Morpheus um einen einfachen Gnutella-Client mit Werbebannern handelt. Völlig richtig. Die Enttäschung über den neuen Client hat sich bereits in vielen Foren bemerkbar gemacht. Durch den Umstieg auf Gnutella muß Morpheus auch die zahlreichen Limitation des Netzwerkes in Kauf nehmen: Keine Bitratenanzeige bei MP3s und eine schlechte Skalierbarkeit des Netzwerks. Das erste Problem ist kosmetischer Natur, während das zweite ein massives technisches Problem in den kommenden Wochen darstellen dürfte.

FastTrack arbeitet mit SuperNodes - sogenannte besonders gut ans Internet angebundene Computer, die die Suchanfragen und Verbindungen von vielen "kleinen" Benutzern mit Modem- oder ISDN-Verbindungen übernehmen können. Diese Technik hat entscheidend zum Erfolg des bisherigen Morpheus beigetragen - die Möglichkeit ohne zusätzlichen Netzwerktraffic Dateien auch bei langsamer Verbindungsgeschwindigkeit herunterladen zu können. Zum Glück gibt es bei Gnutella den selben Ansatz, der bis zum September vergangenen Jahres Clip2 Reflector hieß. Clip2 war eine Firma, die sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hatte eine Art SuperNode-System für das Gnutella System zu entwickeln. Viele Gnutella-Clients hatten vor die Technik einzubauen, bevor dies effektiv geschah war die Firma aber auch schon wieder von der Bildfläche verschwunden.

An der Spitze der Gnutella-Entwicklung steht seitdem LimeWire, die etwa zur gleichen Zeit als Clip2 aufgegeben hat ihren javabasierten Gnutella-Client als OpenSource auch unter die General Public License gestellt haben. LimeWire beschäftigt hauptberuflich sechs professionelle Programmierer und versucht sowohl durch den Verkauf einer Pro-Version als auch durch Werbung in der kostenlosen Version zu finanzieren. Seit Version 2.0 hat man bei LimeWire die Clip2-Idee unter dem Namen Ultrapeer umgesetzt und tüftelt fleißig an Verbesserungen des Systems.

Dadurch, daß LimeWire seinen Quellcode frei zugänglich anbietet sollte es für Anbieter anderer Gnutella-Clients relativ einfach sein die Idee auch in ihre Programme einzubauen. Tatsächlich steht Projekleiter John Marshall von Gnucleus nicht nur in engem Kontakt zum LimeWire-Entwicklerteam, sondern der Einbau der dringend benötigten Ultrapeer Technologie steht auch schon auf der TODO-Liste.

Marshall zeigte sich nicht übermäßig überrascht als er davon erfuhr, daß Morpheus seinen neuen Client auf Gnucleus basiert. Auf der Entwicker-Homepage gnucleus.net schreibt er dennoch, er sei allerdings doch etwas verwundert, daß StreamCast weder ihn noch einen die Entwicklergruppe des Gnutellaprotokolls über den Schritt informiert habe. Morpheus ist eine grosse Chance für Gnucleus und das Gnutella-Netzwerk den lange vermissten großen Auftritt zu feiern. Doch der Weg dahin ist steinig, von viel harter Arbeit und ungeduldigen Benutzern geprägt.

Zeit und Unterstützung durch Programmierer werden die wesentlichen Faktoren sein, die über Erfolg oder Mißerfolg von Morpheus und Gnutella als gesamtes Netzwerk entscheiden werden. Morpheus hat mit einer massiv großen installierten Benutzerbasis zumindest die Kraft ein gewaltiges Aufsehensmomentum für Gnucleus und Gnutella zu schaffen. Die Frage bleibt: Lassen sich genug talentierte Leute motivieren ein gutes, freies und unabhängiges Tauschnetzwerk zu schaffen oder ist die Masse derer, die sich wie datensaugende Lemmige verhalten so ungemein größer, daß Morpheus einem Ende entgegen geht?

Die letzte Frage richtet sich an die Natur von StreamCast bzw. musiccity.com bzw. Morpheus. Es erscheint so, als ob StreamCast mit äußerst beschränkten Mitteln agiert und sehr wahrscheinlich nicht mehr Mitarbeiter als z.B. MPeX.net zur Verfügung hat. Falls Morpheus das Rad herumreissen will und es wirklich ernst meint sollten sie sich überlegen zumindest den sehr fähigen Gnucleus-Vater John Marshall unter Vertrag zu nehmen, um möglichst schnell einen zu KaZaA und Grokster sowie anderen Gnutella-Clients konkurrenzfähigen Client anbieten zu können.

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