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Lizenzgebühren das Aus für freie MP3-Player?

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28.08.2002 | Von Gregor Lawatscheck

In einer Meldung von Golem.de und Slashdot wird heute darauf hingewiesen, dass Thomson, Lizenzhalter für das MP3-Format bereits im vergangenen Jahr seine Lizenzbedingungen für kostenlos angebotene Software-MP3-Player geändert hat. War es bei Hardware-Playern immer schon üblich eine Abgabe von knapp einem Euro zu zahlen, bot sich bei Software-Playern bisher die Möglichkeit bei kostenloser Abgabe des Produktes keine MP3-Lizenzgebühren zahlen zu müssen. Dies dürfte 1999 für Nullsoft der entscheidende Grund gewesen sein, seinen Winamp-Player als Freeware statt als Shareware anzubieten.

Eine Einmalzahlung von 60 000 Dollar oder 0,75 USD pro Player konnte so entfallen. Eine Lizenzabgabe die der Nutzer zu tragen hätte ist allerdings nicht zu erwarten. Mutterfirma AOL scheint Lizenznehmer bei Thomson zu sein und somit auch für Winamp mitzubezahlen.

Viel schlimmer könnte es um die freien Softwareprojekte wie z.B. Zinf (vormals Free*mp), mpg123 oder XMMS bestellt sein. Sie werden als OpenSource Projekte ohne Gewinnziel unter der General Public License (GPL) herausgegeben. Im Zweifelsfall müßte eine reine Quelltext-Distribution beziehungsweise ein Binärdownload aus Ländern in denen es keine Softwarepatente gibt, angestrebt werden. Linuxdistributor Red Hat hat zumindest bereits schnell Konsequenzen gezogen und sämtliche MP3-Player aus seiner im Entwicklungssatus befindlichen Rawhide-Ausgabe entfernt.

Mit OGG Vorbis haben OpenSource-Entwickler vorgeplant und ein lizenzfreies Format zur Verfügung gestellt. Obgleich der mittlerweile besseren Qualität gegenüber gleichbitratigen MP3-Dateien fehlt gerade im Hardwarebereich jegliche Unterstützung des Alternativformats. Vorbis Entwickler xiph.org freut sich bereits in einem offenen Brief über das von Thomson signalisierte "MP3 kostet Geld" im Hardware, Software und Streaming-Bereich.

Bislang sieht es so aus, als ob die entdeckte und bereits vor fast einem Jahr erfolgte Änderung in den Lizenzbestimmungen zu Ungunsten kostenfreier MP3-Player ein reiner Publicity-Feldzug für OGG Vorbis darstellen. Noch hat Thomson weder versucht gegen den lizenzrechtlich strittigen LAME Encoder noch gegen Software-MP3-Decoder vorzugehen bzw. Lizenzgebühren zu erwirken oder rechtlich durchzusetzen. Allein die Änderung der Bedingungen könnte allerdings bedeuten, dass dies irgendwann der Fall sein könnte.

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