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Webradio über Antenne: DVB-T machts möglich [Update]

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01.04.2005 | Von Dirk Bösel

April, April. Das war natürlich der diesjährige Aprilscherz. Einen ernsten Hintergrund hat die Sache allerdings: Statt sich mit zukünftigen Möglichkeiten zu beschäftigen, muss sich die deutsche Webradio-Szene zur Zeit mit den neuen Lizenz- und Nutzungsbedingungen auseinandersetzen (wir berichteten).

Internetradio könnte schon bald in neue Dimensionen vorstoßen. Als Nebenwirkung der DVB-T Umstellung werden zahlreiche Frequenzbereiche frei, die Internetprovider ihren Streamingkunden zur Verfügung stellen wollen.

In vielen Städten und Ballungsräumen wird derzeit der Fernsehampfang über Antenne, das terrestrische Fernsehen, von Analog- auf Digitaltechnik umgestellt. "Digital Video Broadcasting - Terrestrial" kurz DVB-T heisst die Zauberformel für rauschfreie Bilder und die Sendervielfalt aus der Antennenbuchse.

Das wesentliche Prinzip bei DVB-T ist die Verteilung der Information auf einzelne dicht nebeneinander liegende Trägerfrequenzen. Das bedeutet mehr Sender auf deutlich weniger Frequenzen. Waren freie Rundfunkfrequenzen früher knapp bemessen und für Privatsender nur in einem langwierigen Genehmigungsverfahren zu bekommen, stellt sich die Situation inzwischen ganz anders dar. Viele Frequenzbereiche liegen brach. Aus diesem Grund überlässt die Regulierungsbehörde für terrestrische Kommunikation (RegTK) Großkunden ab Herbst diesen Jahres zahlreiche nicht mehr benötigte Frequenzbereiche.

Provider wittern Geschäfte

Für Internetprovider erschließt sich daraus ein neues Geschäftsfeld in Verbindung mit Webradios. Hintergrund: Der Radioempfang über das Internet verursacht enormen Datenverkehr, den die Radiosender teuer bezahlen müsssen. Die Folge sind geringe maximale Hörerzahlen und eine oft schlechte Sendequalität, um die Kosten im Griff zu halten. Vor allem den kleinen privaten Webradios gelingt somit selten eine größere Verbreitung.

Webradio am Baggersee

Einige Provider planen nun das Angebot von Streaming-Servern, die nicht nur ins Internet senden, sondern parallel auch terrestrisch ausstrahlen. Hierzu werden die freien Frequenzen der RegTK verwendet. Grundsätzlich kann jede Person diese Angebote nutzen.
Konkret bedeutet das: Internetradio lässt sich mit dem Kofferadio auch am Badesee oder zum Beispiel im Autoradio empfangen. Auf der anderen Seite brauchen Radiomacher keine Sendeanstalten oder Studios mehr, sondern gehen in bester SHOUTcast-Manier mit Mikrofon am heimischen PC "On Air". Traffic- und Bandbreitenprobleme gehören der Vergangenheit an, was die Kosten drastisch reduziert.

Wann geht es los? Was soll es kosten? Zunächst kommen Großstädte und Ballungsräume in den Genuss des Antennen-Webradios, da nur hier die beiden Grundvorraussetzungen DVB-T und die Sende-Infrastruktur erfüllt sind. Die Kosten richten sich vor allem nach dem Trafficvolumen für herkömmliches Streaming sowie der Frequenzmiete. Zu rechnen sei mit Preisen in der Größenordnung eines mittleren Dedicated Servers. Das wäre auch für Privatleute noch erschwinglich.

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Re: Webradio über Antenne: DVB-T machts möglich (Gonzo, 01.04.05 07:27)

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