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Test: FM-Transmitter Digiana AudiaX DGT 202

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17.10.2006 | Von Dirk Bösel

Seit Anfang 2006 sind in Deutschland so genannte FM-Transmitter zulässig. Es handelt sich um kleine Radiosender, die das Tonsignal vom Kopfhörerausgang eines Abspielgerätes kabellos an ein beliebiges UKW-Radio schicken. Die Musik vom MP3-Player oder dem Notebook wird also direkt an das Autoradio oder Küchenradio gefunkt und über dessen Lautsprecher wiedergegeben.

Eines haben alle FM-Transmitter gemeinsam: Sender und Radio müssen vorher auf eine gemeinsame störungsfreie UKW-Frequenz eingestellt werden. Außerdem darf der Abstand nicht zu groß sein, denn die Sendeleistung ist recht gering und beträgt nur wenige Meter. Das ist gesetzlich so geregelt.

Die Einsatzmöglichkeiten der kleinen Privatfunker sind vielfältig. Eine klassische Anwendung ist der MP3-Player am Autoradio. Auch ein PDA mit Musikwiedergabe oder das mobile Navigationssystem können auf diese Weise recht komfortabel an das Lautsprechersystem des Autos gekoppelt werden.

Tipp: Weitere Lösungen fürs Auto stellt unser Artikel "Kopfhörer ab - Autoradio ran: tragbare MP3-Player im Auto" vor.

Auch außerhalb des Autos bieten die kleinen Audio-Sender praktische Verbindungslösungen. Das Küchenradio oder ein altes Kofferradio im Hobbykeller beziehen ihre Musik nun vom MP3-Player oder das Notebook beschallt über einen "Ghettoblaster" die Party im Gartenhaus.

Wir haben dem Digiana AudiaX DGT 202 ausgiebig auf den Zahn gefühlt. Das Gerät ist für unter 30 Euro im Handel erhältlich und für den Betrieb in Deutschland zugelassen. Unser Testbericht zeigt, ob sich die Wundertechnik im Alltag bewährt hat.



Ausstattung und Lieferumfang

Der AudiaX DGT 202 wird in einer stabilen Blisterverpackung geliefert. Als Zubehör sind eine AAA-Batterie, ein Autoadapter (12~24 V) für den Betrieb am Zigarettenanzünder sowie eine Kurzanleitung enthalten.
Das daumendicke Gerät hat ein silbergraues Gehäuse aus leichtem Kunststoff. Es misst 87 x 23 x 22 Millimeter und wiegt 27 Gramm. Auf der Rückseite befindet sich das Batteriefach für die AAA-Batterie. Über ein Spiralkabel mit 3,5 Millimeter Klinkenstecker wird es an den Kopfhörerausgang gängiger Audiogeräte angeschlossen. Gedehnt bringt es das Kabel auf rund 50 Zentimeter Länge. Der Autoadapter verfügt ebenfalls über ein Spiralkabel (bis ca. 60 cm) und reduziert dadurch den Kabelsalat im Auto.



Ein gut lesbares und beleuchtetes LCD-Display zeigt die eingestellte Frequenz. Sie wird über einen Wippschalter in Zehntelschritten verändert. Ein anhaltender Druck auf die Mittelstellung schaltet das Gerät an bzw. aus.

Dank eines kleinen Klappbügels kann der AudiaX mit etwas Draht oder einer Schlaufe an der Konsole des Autos oder am Radiorekorder befestigt werden und baumelt nicht in der Gegend herum. Die mehrsprachige Kurzanleitung erklärt mit wenigen Sätzen die Funktionen des FM-Transmitters auch in deutscher Sprache.

Betrieb und Senderabstimmug

Der Klinkenstecker des FM-Transmitters wird einfach in die Kopfhörerbuchse des Audiogerätes gesteckt. Ein anhaltender Druck auf den Wippschalter schaltet das Gerät ein. Die größte Aufmerksamkeit bei der Inbetriebnahme gilt der Senderabstimmung.

Der AudiaX DGT 202 sendet im Frequenzbereich von 88.1 bis 107.9 Mhz. Über einen Wippschalter wird die Frequenz in Zehntelschritten verändert. Somit stehen 199 Kanäle zur Verfügung, um den Sender und das Radio auf eine gemeinsame störungsfreie UKW-Frequenz einzustellen. Die Senderabstimmung gestaltet sich somit flexibler, als es bei Geräten mit wenigen fest eingestellten Kanälen der Fall ist.

Im Testbetrieb haben sich folgende Vorgehensweisen bewährt: Entweder sucht man sich im Radio eine freie oder nur sehr schwach belegte Frequenz und stellt sie dann auch im FM-Transmitter ein.
Besitzt das Radio ausschließlich den automatischen Sendersuchlauf, stellt man den AudiaX drei oder fünf Zehntel über einen automatisch gefundenen Sender ein und startet den Suchlauf erneut. Der Suchlauf des Radios springt dann zum Signal des AudiaX. Ist auch diese Position nicht ganz ungestört zu empfangen, wiederholt man den Vorgang bis das Signal sauber ankommt.

Bei langen Autofahrten kann es vorkommen, dass ein neuer Radiosender die eingestellte Frequenz schrittweise überlagert. Der Empfang des FM-Transmitters wird dann zunehmend gestört. Auch hier bietet sich das zuvor beschriebene Verfahren an, die Frequenz in kleinen Schritten zu erhöhen. Im Test musste während einer 500 Kilometer langen Fahrt durch Deutschland dreimal die Frequenz korrigiert werden.
In Ballungsgebieten und Großstädten ist die Senderdichte sehr hoch. Beim Durchfahren des Großraums Hamburg war dank der 199 Kanäle des AudiaX schnell eine funktionierende Frequenz gefunden. Rückschlüsse auf andere Gebiete liefert unser Test damit aber nicht.

Wer viel im Auto unterwegs ist und dabei feste Strecken fährt, wünscht sich womöglich einige Speicherplätze für erprobte Frequenzen. Dies bietet der AudiaX DGT 202 leider nicht. Wer keinen Beifahrer hat, ist daher gut beraten, zum Frequenzwechsel anzuhalten.

Tonqualität

Der erste Höreindruck: Im direkten Vergleich zur CD kam der Ton per Funk etwas blasser aus den Lautsprechern. Mit einer leichten Korrektur der Höhen und Bässe am Radio oder einer Anpassung des Equalizers am Player ließ sich der Klang jedoch wieder aufpeppen und gab keinen weiteren Anlass zur Kritik.
Wesentlich mehr Aufmerksamkeit zog das Rauschen auf sich. Eine komplett rauschfreie Wiedergabe lieferte der AudiaX nicht, weder stationär noch unterwegs. Bei hoher Radiolautstärke und gleichzeitig leisen Passagen in der Musik war das Rauschen deutlich hörbar. Im täglichen Betrieb bei mittlerer Radiolautstärke, der Musikberieselung im Hintergrund oder im Auto mit Nebengeräuschen fiel es jedoch nicht störend auf. Beim direkten Vergleich mit zwei Adapterkassetten schlug sich der AudiaX auf jeden Fall besser, erreichte aber nicht das geringe Rauschniveau der empfangsstärksten UKW-Sender.

Tipp: Den besten Klang lieferte der FM-Transmitter, wenn die verwendeten MP3-Player auf etwa die Hälfte bis drei Viertel ihrer maximalen Lautstärke eingestellt waren.

Reichweite und Empfang

In Deutschland sind drahtlose Audio-Funkanwendungen auf bestimmten UKW-Frequenzen erlaubt, sofern eine festgelegte Signalstärke nicht überschritten wird. Das gilt auch für FM-Transmitter, deren Reichweite dadurch begrenzt ist.

Im Test war das Signal in einer Entfernung von über 10 Meter Luftlinie noch ausreichend stark für den rauscharmen Betrieb. Auch in geschlossenen Räumen schlug sich der AudiaX wacker. Am heimischen PC angeschlossen funkte der Sender problemlos in die angrenzenden Räume. Über das alte Badezimmerradio ließ sich nun also mühelos ein Webradiosender empfangen, der am PC lief. Eine wirklich praktische Angelegenheit. Und in der Gartenhütte fanden ein alter MP3 CD-Player und ein noch wesentlich älteres Radio zueinander.

Beim stationären Betrieb am PC wurde übrigens ein Audio-Adapter verwendet, der die 3,5-mm-Klinkenkupplung des Soundkartenausgangs verdoppelt. Ein Anschuss geht weiterhin zum Boxensystem, der andere zum FM-Transmitter. So entfällt der Steckerwechsel.

Im Auto tat der AudiaX ebenfalls klaglos seinen Dienst. Verschiedene Pkw mit klassischer Teleskopantenne oder Stummelantenne über der Heckscheibe dienten als Testobjekte. Das Signal des AudiaX gelangte auch aus dem Handschuhfach noch zur Antenne und weiter ins Radio.
Im Internet finden sich auch negative Erfahrungsberichte, was den Betrieb von FM-Transmittern im Auto betrifft. Insbesondere Scheibenantennen werden dort als problematisch betrachtet.



Energieversorung

Die Stromversorgung erfolgt entweder mit einer AAA-Batterie oder über den Adapter am Zigarettenanzünder. Ist das Gerät mit dem Autoadapter verbunden, schaltet es sich automatisch ein, sobald ein Audiosignal anliegt.

Ein Netzteil für die Steckdose gibt es nicht, auch nicht als Zubehör. An die Steckerbuchse des Autoadapters passt jedoch ein handelsübliches Universalnetzteil. Leider findet sich weder am Gerät noch in der kurzen Bedienungsanleitung ein Hinweis zur benötigten Eingangsspannung. Die schrittweise Erhöhung der Spannung am Netzteil setzte den FM-Transmitter irgendwann in Betrieb. Unklar ist jedoch, ob das Gerät dadurch langfristig Schaden nehmen könnte.

Mit einer Batterieladung soll das Gerät dem Hersteller zufolge 18 Stunden funken. Dieser Wert wurde im Test nicht annähernd erreicht. Mit einer hochwertigen Alkalibatterie (die auch Affen zum Trommeln bringt) waren knapp fünf Stunden Betrieb möglich. Beim Wechsel der Batterie merkt sich der AudiaX den eingestellten Kanal und legt direkt wieder los.

Ärgerlich: Unsere AAA-Akkus unterschiedlicher Hersteller, die sonst in der Digitalkamera oder Fernbedienung ihren Dienst tun, erwiesen sich als zu groß für das Batteriefach und ließen sich selbst mit hohen Kräften nicht ins Gehäuse pressen. Offenbar ist die Toleranz des Batteriefachs zu knapp bemessen. Ein Millimeter mehr Platz würde der Federmechanismus der Batterieaufnahme locker verkraften.

Neigt sich die Kapazität der Batterie dem Ende zu, äußert sich das in nachlassender Reichweite und erhöhtem Rauschen. Ein kleines Batteriesymbol blinkt im Display und signalisiert den Nutzer unmissverständlich: Nun hilft kein Frequenzwechsel mehr, sondern die Batterie schwächelt.

Liegt für etwa eine Minute kein Tonsignal an, schaltet sich der AudiaX automatisch ab. Das spart Strom. Im stationären Betrieb hat diese jedoch einen kleinen Nachteil. Hängt der Sender zum Beispiel an der Soundkarte des PC und die Musikwiedergabe wird wegen eines Telefonanrufs gestoppt, muss das Gerät wieder angeschaltet werden, sobald man länger als eine Minute telefoniert. Das kann auf Dauer nerven. Abhilfe schaffte im Test folgendes: Statt die Musikwiedergabe am Player zu stoppen, wurde die Lautsstärke am Rechner heruntergeregelt. Das verbleibende kaum hörbare Signal reichte, um den Transmitter am Leben zu halten.

Fazit

Der Digiana AudiaX DGT 202 macht zu Hause und im Auto eine ordentliche Figur. Die Sendeleistung ist gut, die Qualität der Tonübertragung ist vertretbar und alltagstauglich. Es sind vor allem die vielen praktischen Anwendungsmöglichkeiten der drahtlosen Übertragungstechnik an sich, mit denen der AudiaX punktet. Das nie ganz zu eliminierende Rauschen läßt sich da verschmerzen, zumal weniger als 30 Euro zu investieren sind. Das zu kleine Batteriefach, zumindest für die im Test verwendeten Akkus, ist dagegen ärgerlich.

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KOMMENTARE / DISKUSSION
Re: Test: FM-Transmitter Digiana AudiaX DGT 202 (martin0reg, 21.10.06 20:57)

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